Für Freitag sind bundesweit in rund 450 Städten Klimastreik-Aktionen der Jugend-Umwelt-Bewegung Fridays For Future (FFF) angekündigt. Es beteiligen sich verschiedenste Kräfte – von Umweltorganisationen, parlamentarischen Parteien bis zu antikapitalistischen Gruppen.

Am Freitag wollen im ganzen bundesgebiet Menschen für Klimagerechtigkeit auf die Straße gehen. Auf der Website der Klimaschutz-Bewegung „Fridays for Future“ sind bisher bereits 470 „Streikaktionen“ eingetragen. Die Aktivitäten werden als „Streiks“ bezeichnet, da sie vielfacg im Vormittagsbereich stattfinden und vielfach von Schüler:innen besucht werden, die dann den Unterricht „bestreiken“.

Der Streiktag ist nicht zufällig gewählt – am Sonntag findet die Bundestagswahl statt. Das Bündnis nimmt auch ganz bewusst Bezug auf die Wahl: „Es darf keine weitere Wahlperiode geben, die geprägt ist von Korruption, Klimakillern und versagenden Politiker*innen. Wir streiken für eine Wahlperiode der Klimagerechtigkeit“, heißt es im Aufruf. „Wenn dieses Jahr der Bundestag neu gewählt wird, entscheidet das über unser aller Zukunft“, so die Klimaschutzbewegung.

Globaler Klimastreik: Unsere Umwelt wird durch die Bundestagswahl nicht gerettet werden!

Antikapitalist:innen fordern Systemwechsel

Diese klare Bezugnahme auf Veränderungen durch das Parlament – und damit einer indirekten Wahlwerbung für „grüne“ Parteien – ist jedoch innerhalb der Klimabewegung durchaus umstritten.

So schreibt die Jugendorganisation Internationale Jugend in einem Statement zum Klimastrei: „Vor der nun anstehenden Bundestagswahl werden Parteien wie die Grünen im öffentlichen Diskurs als klimarettende Partei dargestellt. Da aber selbst deutlich progressivere und radikalere Parteien im parlamentarischen System in den Schranken des kapitalistischen Systems handeln, kann die Klimakrise durch Wahlen nicht nachhaltig abgewendet werden und befeuert nur weitere Krisen in der Zukunft.“

Auch das Offene Antikapitalistische Klimatreffen München spricht in ihrem Aufruf von einem notwendigen Systemwechsel zum Schutz des Klimas: „Alle paar Jahre wählen zu gehen und sein Kreuz zu setzen, wird nicht die notwendigen Veränderungen zur Bewältigung der Klimakrise bringen. Es reicht nicht aus, Apelle an Politiker:innen zu senden, die nie nach unseren Bedürfnissen handeln werden. Stattdessen müssen wir Klimagerechtigkeit eigenständig erkämpfen. Wir müssen eine reale Gegenmacht aufbauen und das ungerechte und undemokratische System Kapitalismus ein für alle mal stürzen.“

Die antikapitalistische Kampagne „Smash IAA“, welche kürzliche Proteste gegen die Internationale Automobilausstellung mitorganisierte, rief deshalb zur Beteiligung an verschiedenen antikapitalistischen Blöcken auf.


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