Die Hamburger Werft Pella Sietas hat vor eineinhalb Monaten einen Insolvenzantrag gestellt. Nun werden wohl fast alle verbliebenen Arbeiter:innen noch in diesem Monat entlassen.

Pella Sietas ist einer der ältesten Schiffsbaubetriebe der Welt. 2014 wurde er von der russischen „Pella Shipyard“ übernommen worden. Vor eineinhalb Monaten hatte das Hamburger Traditionsunternehmen dann einen Antrag auf Insolvenz gestellt.

Am Donnerstag informierte der vorläufige Insolvenzverwalter Achim Ahrendt auf einer Betriebsversammlung darüber, dass nun alles Geld verbraucht sei und die meisten der verbliebenen 200 Arbeiter:innen wohl noch in diesem Monat ihre Kündigung erhalten würden.

Emanuel Glass von der Gewerkschaft IG Metall spricht von einem „Schock“. In der Belegschaft habe die Hoffnung bestanden, dass es noch irgendwie weiter gehen könnte, beispielsweise mit einem neuen Investor.

Genau wie neue Aufträge seien diese jedoch nicht in Sicht. 150 potenzielle Investor:innen habe man angesprochen. Zwar gebe es einige Angebote, so Ahrendt. Aber da niemand die laufenden Aufträge fortführen wolle, sei auch mit ihnen vorerst keine Beschäftigung möglich.

So oder so würde es also auch bei einer Übernahme zu neuen Entlassungen kommen. Nur mittelfristig bestehe die Hoffnung auf das Entstehen neuer Arbeitsplätze. Weitergehende Arbeitskampfmaßnahmen scheint die IG Metall derweil nicht zu planen.

Nun werden wohl die meisten der 200 Beschäftigten entlassen werden. Es bleibt ein Kern von Arbeiter:innen zur Bewachung des Geländes.


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