Das Königreich Saudi Arabien will bis 2060 im Inlandsverbrauch klimaneutral werden. Gleichzeitig steigert das staatliche Ölunternehmen „Aramco“ die Ölfördermenge kontinuierlich.

Kronprinz Mohammed bin Salman eröffnete das erste Klimaforum Saudi Arabiens mit der Ankündigung, dass das Königreich bis 2060 klimaneutral werden wolle. Das bedeutet, dass der Inlandsverbrauch klimaneutral gedeckt werden müsste.

Schon in neun Jahren soll etwa die Hälfte des Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen gespeist werden. 2019 waren es noch 0,24 Prozent. Um Emissionen zu neutralisieren, sollen eine Milliarde Bäume gepflanzt werden.

Die Absurdität von angestrebter Klimaneutralität zeigt sich jedoch, wenn man betrachtet, dass der saudische Ölkonzern Aramco derzeit seine Produktionskapazitäten um eine Millionen Barrel täglich steigert.

Denn in der nationalen Klimabilanz Saudi Arabiens sind die Emissionen, die durch Ölexporte entstehen, natürlich nicht enthalten. Handel mit Öl ist die mit Abstand größte Einnahmequelle des Königreichs. Zwar macht Erdöl bisher rund zwei Drittel des Energieverbrauchs aus, die Exportmenge beträgt jedoch drei Mal so viel wie der Inlandsverbrauch.

Auf Saudi-Arabien entfallen nur etwa 3,5 Prozent des jährlich weltweiten Verbrauchs an Erdöl. Zum Vergleich: Deutschland belegt im Verbrauch den 9. Platz und liegt damit mit 2,4 Prozent vier Plätze hinter Saudi Arabien. Die Liste führen seit Jahren die USA und China an.

„Klimaneutralität“ als Waffe im Wirtschaftskrieg

 


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.