Laut der „Europäischen Umweltagentur“ EEA starben im Jahr 2019 rund 307.000 Menschen in Europa verfrüht aufgrund von Luftverschmutzung. Weltweit waren es schätzungsweise rund sieben Millionen Menschen.

Die Luftqualität war 2019 im Vergleich zu vorherigen Jahren auf dem europäischen Kontinent zwar besser. Die Verschmutzung durch Feinstaub, Stickstoffdioxid und bodennahen Ozon bleibt aber weiterhin auf sehr hohem Niveau. Die Zahlen für das Jahr 2019 wurden am Montag durch die „Europäische Umweltagentur“ (EEA) veröffentlicht.

Neben den 307.000 Toten durch die generelle Luftverschmutzung kommen noch weitere 40.400 Tote durch eine chronische Belastung mit Stickstoffdioxid und weitere 16.800 durch eine Belastung mit bodennahem Ozon hinzu. Auch in Deutschland sind im Jahr Zehntausende an der Luftverschmutzung gestorben. Etwa 53.800 durch Feinstaub, 6.000 durch Stickstoffdioxid und 3.350 durch Ozon verursachte Krankheiten. Zusammenzählen sollte man diese Zahlen nicht, um Doppelzählungen zu vermeiden.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist allein schon die Feinstaubbelastung „von besonderer Bedeutung für die öffentliche Gesundheit“. Feinstaub ist als krebserregend eingestuft. Gleichzeitig kann eine hohe Belastung durch die Stoffe zu Herzkrankheiten, Schlaganfällen und Lungenerkrankungen führen.

Viele Mitgliedstaaten der EU halten sich nicht an die von der Weltgesundheitsorganisation WHO vorgeschriebenen Richtwerte. Auch in Deutschland war die Konzentration von Stickstoffdioxid, Ozon und Benzo(a)pyren oberhalb der EU-Grenzen.

Aber selbst, wenn sich alle daran halten würden, würde Europa jedes Jahr „lediglich“ 178.000 vorzeitige Tode verhindern können. Das ist etwas mehr als die Hälfte und zeigt, dass die Richtwerte der WHO immer noch viel zu locker sind. Möchte man mehr vorzeitige unnötige Tode verhindern, muss die Luftverschmutzung weiter drastisch verringert werden.


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