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Sonntag, Mai 26, 2024
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    Kritische Infrastruktur im kritischen Zustand

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    Die aktuellen Lieferengpässe machen sich vielerorts im Baugewerbe oder im Elektrohandel bemerkbar. Doch nicht nur Branchen sind davon betroffen, sondern auch Kommunen kämpfen mit den Lieferengpässen. In Halb Krempel (Schleswig-Holstein) hat das fatale Folgen.

    Seit mehreren Monaten wirkt sich die Wirtschaftskrise mit Lieferengpässen auf den weltweiten Märkten aus. Zuerst hatte es das Baugewerbe getroffen. Doch auch Kund:innen von Elektrofachmärkten müssen mit langen Lieferzeiten rechnen. Ganz andere Ausmaße nimmt die derzeitige Situation bei Störungen in der Infrastruktur an.

    Im Kreis Dithmarschen, Ortsteil Halb Krempel, Schleswig-Holstein läuft derzeit die Kanalisation über. Grund dafür sind defekte Pumpen im Pumpwerk. Der Ortsteil liegt etwas tiefer, als die Kläranlage, darum benötigt es Pumpen, um das häusliche Schmutzwasser in das Klärwerk zu befördern. Der derzeitige Ausfall sorgt dafür, dass sich das Schmutzwasser bei den rund 120 Bewohner:innen im Übergabeschacht sammelt und abgepumpt werden muss.

    Den Bewohner:innen bleibt nichts anderes übrig, als sparsam mit dem Wasser umzugehen. Nur so kann vermieden werden, dass das abgelaufene Wasser nicht in den Übergabeschächten überläuft. Somit müssen die Bewohner:innen bei jeder Kleinigkeit an das Abwasser denken. Egal ob in Küche oder Bad überall müssen die Bewohner:innen aufpassen, dass das Abwasser nicht überläuft.

    Lieferengpässe, Vetternwirtschaft und Hoffen

    Die Lieferengpässe sorgen zusätzlich für Druck: 16 Monate wird es voraussichtlich dauern bis eine neue Pumpe geliefert werden kann. Auch wenn der Bürgermeister, Ronald Petersen (SPD), durch Kontakte schneller eine neue Pumpe anschaffen könnte, gilt es immer noch die Steuerelektronik zu erneuern – und auch hier sind die Wartezeiten enorm lange.

    Somit ist der kleine Ort einer der ersten, der schwer auf infrastruktureller Ebene mit der Wirtschaftskrise und deren Folgen zu kämpfen haben. Jahrelanges Sparen an der Kanalisation und am Pumpwerk haben nun zu den ersten Ausfällen geführt. Die kapitalistischen Lieferketten sind offenbar nicht darauf ausgelegt bei Störungen in der kritischen Infrastruktur sofort zu funktionieren.

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