Die Pharmaindustrie trage durch Undurchsichtigkeit dazu bei, dass viele Mythen in Bezug auf Impfstoffe Bestand hätten. Laut „Transparency Deutschland“ ist das nicht nur mit Blick auf Lobbyismus problematisch, sondern bezogen auf Covid 19-Impfstoffe auch ein Risiko für die öffentliche Gesundheit. 

Pharmakonzerne müssen die Protokolle ihrer Studien nicht veröffentlichen. Für die Antikorruptionsorganisation „Transparency Deutschland“ stellt das – gerade in Bezug auf Covid-Impfstoffe – gleich mehrere Probleme dar: zum einen biete das dem Lobbyismus ein Einfalltor, darüber hinaus könne nur vollständige Transparenz der Pharmakonzerne das aktuell so notwendige Vertrauen in die produzierten Impfstoffe herstellen.

„Nur durch volle Transparenz können die Ergebnisse von Arzneimittel- und Impfstoff-Studien unabhängig überprüft werden. Das ist Grundvoraussetzung dafür, dass die Öffentlichkeit den Aussagen der Hersteller vertraut. Außerdem verdeutlicht der aktuelle Fall die Notwendigkeit, Meldungen von Hinweisgeberinnen und Hinweisgebern nachzugehen und diese gesetzlich zu schützen.“

Intransparenz schürt Unsicherheiten

„Manipulationen werden nur aufgedeckt, wenn alle Daten unabhängig überprüft werden können. In der Vergangenheit haben Firmen immer wieder Ergebnisse von Studien zurechtgebogen oder schwerwiegende Arzneimittelwirkungen verschwiegen. Deshalb misstrauen Menschen der Pharmaindustrie, wie z.B. die Impfgegner. Das ist im aktuellen Fall unberechtigt, denn Millionen Menschen sind mit dem Präparat von Biontech/Pfizer erfolgreich geimpft geworden.

Solange Studiendaten nicht vollständig offengelegt werden, bleibt dennoch Raum für Unsicherheiten. Im Mai 2021 hat eine Transparency-Studie gezeigt, dass Pharmakonzerne nur bei 12% ihrer Covid 19-Impfstoff-Studien die Studienprotokolle veröffentlicht haben. Die aber sind notwendig, weil sie die Bedingungen beschreiben, unter denen ein Wirkstoff getestet wurde.“, erkärt Rolf Blaga, Leiter der Arbeitsgruppe Medizin und Gesundheit von Transparency Deutschland.

Schutz für Whistleblowerin

Das Thema gewinnt derzeit an Aktualität, da eine Mitarbeiterin eines Subunternehmens für Biontech/Pfizer Unregelmäßigen bei klinischen Studien zum Covid 19-Impfstoff an die zuständige US-Behörde gemeldet hatte. Kurz darauf wurde sie entlassen, die zuständige Behörde blieb untätig. Das Fachmagazin »British Medical Journal« berichtete über ihre Beobachtungen.


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