In den Niederlanden hat es heftige Proteste gegen die 2G-Regeln und neue Einschnitte ins Privatleben gegeben. Die Polizei habe „Warnschüsse und weitere Schüsse abgegeben“, als spontane Demonstrationen und Beamt:innen aufeinander trafen.

Mehrere hundert Menschen zogen am Freitagabend durch die Straßen der niederländischen Stadt Rotterdam. Waren die Niederlande im Frühjahr noch für einen lockeren Umgang mit dem Virus bekannt, soll nun landesweit eine 2G-Regel gelten.

Aus einer Kundgebung entwickelten sich kleinere spontane Demonstrationen, die Protestierenden zogen teilweise mit Feuerwerkskörpern durch die Straßen. Als es zu ersten Auseinandersetzungen mit der Polizei kam, warfen manche Demonstrant:innen Steine.

Die Polizei rückte daraufhin mit Wasserwerfern an. Im Laufe des Abends feuerte die Polizei mehrere Schüsse ab, die sie in einer Mitteilung als „Warnschüsse und weitere Schüsse“ bezeichnete. Unter anderem durch diese Schüsse habe es sieben Verletzte gegeben.

Das Video einer dieser Verletzungen sorgte dafür, dass die Proteste große Aufmerksamkeit bekamen. In Folge eines Schusses brach ein Demonstrant am frühen Abend zusammen. Der Schuss traf in eine Menschenmenge, die daraufhin auseinander stob. Erst einige Sekunden später konnten die Protestierenden bemerken, dass ein Mann zurückgeblieben war, einige knieten sich um den Verletzten.

Die Niederlande gelten wieder als Hochrisikogebiet. Nachdem im Frühjahr schon vergleichsweise früh im europäischen Vergleich viele Regeln gelockert worden waren und auch der Tourismus weitestgehend uneingeschränkt stattfand, gelten nun wieder strenge Regeln: Restaurants, Bars und Geschäfte müssen um 20 Uhr abends schließen, Homeoffice wird empfohlen und es dürfen nur noch höchstens vier Besucher:innen gleichzeitig in der eigenen Wohnung empfangen werden.


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