Die Inflation lag im November auf einem Rekordwert von 5,2% – das bedeutet gerade für Arbeiter:innen, dass sie jeden Tag ein Stück ärmer werden. Nun hat das Bündnis „NichtaufunseremRücken“ eine Aktionswoche „gegen die Teuerungen“ durchgeführt. In neun Städten Deutschlands gab es die unterschiedlichsten Aktionen, unter anderem vor den Parteizentralen von SPD, Grünen und FDP.

Vom 4. bis zum 11.12. haben in mehreren deutschen Städten Demonstrationen gegen die aktuellen Preissteigerungen stattgefunden. Aufgerufen hatte das Anti-Krisen-Bündnis „NichtaufunseremRücken“, das sich bereits im April 2020 gegründet hatte, um sich gegen die Abwälzung von Corona- und Wirtschaftskrise auf den Rücken der Arbeiter:innen einzusetzen.

Zu Beginn der Aktionswoche gingen in Gießen rund 100 Personen auf die Straße, um gegen die massiven Preiserhöhungen bei der Miete zu protestieren. In den letzten zehn Jahren hatte sich die Miete in der Stadt um 61,7% erhöht. Zeitgleich fanden in München Aktionen vor den Büros von SPD, Grünen und FDP statt.

In der darauf folgenden Woche versammelten sich Menschen zu einer Kundgebung vor dem Duisburger Hbf, außerdem gab es einen Infostand in Freiburg und eine kreative Aktion in Berlin: Dort wurden u.a. Flyer in der Form von Euroscheinen in der Höhe von 1.000.000 € verteilt. „Mit der Aktion wollten wir darauf aufmerksam machen, dass sonst nur fleißig Geldgeschenke an Großkonzerne verteilt werden und dass Geld drucken nicht einfach mehr Geld schafft, sondern es entwertet“, heißt es in einem Bericht.

 

Am darauffolgenden Samstag fanden dann weitere Kundgebungen und Demos statt.

In Köln versammelten sich etwa 40 Personen, um ihre antikapitalistische Haltung gegen die Teuerungen auf die Straßen zu tragen. Vor dem Demozug machten Demonstrierende mit Schildern auf die konkreten Preiserhöhungen und die davon profitierenden Konzerne aufmerksam. Dahinter folgte ein Transparent mit der Parole: „Teuerungen? #NichtAufUnseremRücken!“. Vor den Büros von SPD und FDP wurde signalisiert, dass auch von der neuen Regierung keine wirksamen Maßnahmen gegen die Teuerungen zu erwarten seien: „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten! Wer war mit dabei? Die Grüne Partei! Wer verrät uns eh? Die FDP!“, schallte es durch die Kölner Innenstadt.

Auch in Frankfurt und Leipzig gab es Kundgebungen. Auf dem Leipziger Lindenauer Markt wurde man in Redebeiträgen mit den allgemeinen Preisentwicklungen konfrontiert, die sich nicht nur  beim Einkaufen, sondern auch bei den Strom-, Gas-, und Spritpreisen schmerzlich bemerkbar machen. Es wurde aufgezeigt, wie sehr ein Kampf für höhere Löhne und Renten notwendig ist.

In Hamburg versammelten sich etwa 100 Menschen, um gegen die Teuerungen zu protestieren. Als dann mehrere tausend Querdenker:innen über den Stephansplatz demonstrierten, entwickelte sich die Kundgebung schnell zu einem Gegenprotest. Es wurden Parolen gerufen wie „Ihr seid nicht der Widerstand, lauft mit Nazis Hand in Hand“.

Zwischendurch gab es immer wieder Redebeiträge zur Corona-Politik: Sowohl die neue Bundesregierung als auch „Querdenker“ würden in der Corona-Krise beide eine Politik gegen die Arbeiter:innenklasse verfolgen, indem sie das System der Superreichen und Konzerne ausnahmslos verschonten. Statt Arbeitsschutz und einem Ausbau des Gesundheitssystems setze man abwechselnd auf die Verantwortung oder auf das Recht des Einzelnen, ohne das wahre Problem anzuprangern, nämlich die kapitalistische Klassenherrschaft, hieß es auf der Kundgebung.


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