Die US-amerikanische Regierung zieht weitere diplomatische Register gegen China. Grund seien Menschenrechtsverletzungen und „anhaltende Genozide“. Doch auch China droht und verbittet sich weitere Einmischungen in innere Angelegenheiten.

Die Olympischen Winterspiele finden alle vier Jahre statt und sind ein Event, bei dem Athlet:innen aus der ganzen Welt zusammenkommen, um sich in verschiedenen Disziplinen zu messen. Im Februar 2022 sollen sie in der chinesischen Metropole Beijing stattfinden. Doch noch bevor die ersten Wettkämpfe ausgefochten werden können, beginnt schon das Säbelrasseln auf der internationalen Bühne.

Verschiedene US-amerikanische Medien berichten über einen kommenden diplomatischen Boykott der Winterspiele durch die amerikanische Regierung. „Die Biden-Regierung wird keine Diplomaten oder offiziellen Vertreter zu den Olympischen und Paralympischen Winterspielen 2022 in Peking entsenden. Grund sind die anhaltenden Genozide und Verstöße gegen Menschenrechte in Xinjiang sowie weitere Menschenrechtsverletzungen“, sagte die Regierungssprecherin Jen Psaki.

Präsident Joe Biden hatte im vergangenen Monat bereits gegenüber Reporter:innen erklärt, er erwäge einen diplomatischen Boykott. Ein vollständiger Boykott wird nicht erwartet, d.h. die US-Athlet:innen werden weiterhin an den Wintersport- Wettkämpfen teilnehmen.

Das letzte Mal, dass die USA die Olympischen Spiele vollständig boykottierten, war 1980. In diesem Jahr fand Olympia in Moskau statt. Auch hier nutzte der damalige US-Präsident Jimmy Carter die Olympischen Spiele, um politischen Druck auf den politischen Rivalen aufzubauen. Neben den USA hielten sich auch die Bundesrepublik, Japan, Kanada, Norwegen und Kenia von Moskau fern. Auch jetzt überlegen weitere Länder, sich dem symbolischen US-amerikanischen Boykott anzuschließen.

Klare Antwort aus China

Als Reaktion auf die Nachricht warnte Peking, es werde „entschlossene Gegenmaßnahmen“ gegen die Regierung Biden ergreifen, sollte der diplomatische Boykott fortgesetzt werden. „Die USA sollten aufhören, den Sport zu politisieren und den so genannten ‚diplomatischen Boykott‘ hochzuspielen, um den chinesisch-amerikanischen Dialog und die Zusammenarbeit in wichtigen Bereichen nicht zu beeinträchtigen“, erklärte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Zhao Lijian, am Montag auf einer Pressekonferenz.

Er bezeichnete den möglichen Boykott als „einen Schandfleck auf dem Geiste der olympischen Charta“ und als „sensationslüsternen und politisch manipulativen“ Schachzug von US-Politiker:innen.


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.