Im Sudan kommt es seit Wochen zu Massenprotesten. Nun ist der Ministerpräsident Abdullah Hamdok zurückgetreten.

Ende Oktober putschte sich das Militär im Sudan erneut an die Macht. Dabei wurde auch der Premierminister Abdullah Hamdok abgesetzt, allerdings im November nach Protesten in der Bevölkerung wieder als Oberhaupt einer „Übergangsregierung“ eingesetzt, der sowohl „zivile“ als auch Vertreter:innen des Militärs angehören.

Die Protestierenden warfen Hamdok daraufhin Verrat vor und forderten seinen Rücktritt, den er am Sonntag einreichte. Zuvor war es erneut zu Demonstrationen in Khartum, Omdurman, Port Sudan und anderen Städten gekommen. Es wurden Parolen wie „Nein zur Militärherrschaft“ gerufen. In Khartum wurden Autoreifen verbrannt und Barrikaden errichtet.

Um das Hauptquartier der Armee und den Präsidentenpalast herum waren Polizist:innen, Soldat:innen und paramilitärische Einheiten stationiert, die mit Tränengas gegen die Protestierenden vorgingen.
Laut der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ sollen bereits 60 Demonstrant:innen nach dem Putsch getötet worden sein.
Die Militärregierung hält derweil öffentlich an ihrer Aussage fest, sich erst nach den 2023 vorgesehenen Wahlen zurück ziehen zu  wollen.

Unterdessen haben auch westliche imperialistische Staaten ihre Einmischung in die neue Regierungsbildung angekündigt: In der Nacht zu Mittwoch heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der USA, der EU, Großbritanniens und Norwegens, dass das Militär nicht im Alleingang einen neuen Ministerpräsidenten ernennen solle.

Man werde auch die Wirtschaftshilfen für das Land davon abhängig machen, ob zivile Interessenvertreter:innen in die Regierungsbildung mit einbezogen würden oder nicht.


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