Deutschland und die Europäische Union werden in vielen Bereichen von ihren Konkurrenten China, den USA und Russland an die Seitenlinie gedrängt. Um im internationalen Kampf der Großmächte weiterhin eine Rolle spielen zu können, braucht es Weltmonopole, insbesondere in strategisch wichtigen Bereichen der Wirtschaft. Mit 43 Milliarden Euro soll eine dieser Branchen jetzt beschenkt werden – die Chip-Industrie.

Führend im Bereich der Herstellung von Computerchips sind zur Zeit Taiwan und Südkorea, wobei insgesamt mehr als zwei Drittel aller technisch besonders anspruchsvollen Chips in Asien produziert werden. Den Versuch, dieses Verhältnis zu ändern, startet die EU-Kommission nun mit dem „European Chips Act“, durch den bis 2030 insgesamt mehr als 43 Milliarden Euro aus staatlichen und privaten Quellen für die Chip-Industrie aufgebracht werden sollen.

Ziel ist es, den weltweiten Anteil der EU-Chipproduktion von zehn auf zwanzig Prozent zu verdoppeln. Die staatlichen Subventionen sollen private Investitionen anlocken – Lücken in der Finanzierung von zum Beispiel Chip-Fabriken könnten aber auch mit bis zu 100 Prozent Staatshilfe geschlossen werden, so EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Deutschland als tonangebender Staat in der EU begrüßt das Vorhaben. Schon im Dezember 2021 wählte das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz unter Leitung von Robert Habeck (Die Grünen) 32 Unternehmen aus, die im Rahmen der EU-Förderung Geldgeschenke erhalten sollen.

Chipmangel unterbricht weiterhin die Autoproduktion

Das deutsche Ministerium koordiniert ebenfalls das „IPCEI“ – „Important Projects of Common European Interest” für die weiteren 19 beteiligten EU-Mitgliedstaaten.

Der Bundesverband der deutschen Industrie freut sich ebenfalls über das Projekt, von dem sich vor allem eine bessere Stellung im internationalen Machtkampf mit den USA und China erhofft wird.
Die leistungsfähigen Computerchips sind vor allem in der Autoindustrie, aber auch für sämtliche Telekommunikation bedeutsam. So führte der Halbleiter-Mangel in Deutschland zum Beispiel bei Ford, BMW und VW zu Produktionsunterbrechungen und heizt auch momentan die Preissteigerungen an.

Warum wird alles teurer?


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