In Finnland sind die Arbeiter:innen des Zellstoffproduzenten UPM seit Anfang Januar im Streik. Nun wurde dieser bis Mitte März verlängert.

Seit Anfang des Jahres wird der finnische Konzern UPM bestreikt. Dabei handelt es sich um den größten Papierkonzern in ganz Europa. Die Gewerkschaft Paperiliitto hat dabei laut „Le Monde diplomatique“ 2.200 Arbeiter:innen im ganzen Land zum Streik mobilisiert.

Nachdem die Arbeiter:innen den Streik am 1. Januar begonnen hatten und er zunächst bis zum 19. Februar andauern sollte, wurde er nun Ende letzter Woche bis zum 12. März verlängert, falls bis dahin keine Einigung vorliegen sollte.

Die größte Streitfrage ist die eines Tarifvertrags. Tarifverträge werden in Finnland normalerweise branchenweit abgeschlossen, in der Papier- und Forstindustrie jedoch in den je einzelnen Unternehmen. UPM möchte sogar fünf verschiedene Tarifverträge für verschiedene Sparten seines Unternehmens abschließen. Die Gewerkschaft Paperillitto sieht darin jedoch eine Schwächung der Position der Arbeiter:innenschaft.

Gleichzeitig hat der Streik einen großen wirtschaftlichen Effekt. Laut Genossenschaftsbank Osuuspankki soll der Streik das Unternehmen wohl zwei bis drei Millionen Euro pro Tag kosten. Zudem waren schon vor dem Streik die Papierpreise gestiegen, unter anderem durch die wachsenden Energiekosten. Nun wird eine weitere Verteuerung für andere Unternehmen, aber auch ein Zusammenbrechen von Lieferketten befürchtet.

UPM versucht deshalb, abnehmende Firmen mit Papier aus Fabriken außerhalb Finnlands zu beliefern. Doch auch dabei machen die finnischen Arbeiter:innen nicht mit: Die Gewerkschaft AKT, die unter anderem die Hafenarbeiter:innen vertritt, hat beschlossen, die Produkte von UPM in Solidarität mit dem Streik zu boykottieren und deren Umschlag in finnischen Häfen zu stoppen.


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