Nach mehreren Bundesländern folgt jetzt auch Brandenburg: Bis Ende 2022 sollen Taser im ganzen Land bei der Bereitschaftspolizei Verwendung finden.

Die sogenannten „Distanzelektroimpulsgeräte“, bei denen es sich um Elektroschock-Pistolen handelt, sind seit März 2021 in Cottbus und im Elbe-Elster-Kreis im Einsatz. Insgesamt wurden sie in 18 Fällen genutzt.

Die Polizei spricht von „durchweg positiven“ Erfahrungen bei der Verwendung. In den kommenden Monaten sollen die restlichen Landkreise folgen und soll die Anzahl der Geräte von 27 auf 130 steigen.

Ein Taser verschießt Drähte mit Widerhaken, die eine Person in bis zu sieben Metern Entfernung mit 50.000 Volt schocken. Im vergangen Jahr stieg die Anzahl der Taser-Einsätze in Deutschland enorm: Schon im ersten Halbjahr 2021 gab es mehr als insgesamt im Jahr 2020. Der Grund lag in der starken Aufrüstung der Polizei in Ländern wie Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, deren Beispiel Brandenburg nun folgt.

Laut dem Brandenburger Polizeipräsidium würden Taser angeblich die „Distanz“ zwischen dem Schlagstock und der Schusswaffe überwinden.

Die möglichen tödlichen Folgen eines Taser-Einsatzes bleiben bei dieser Einschätzung unbeachtet. In den letzten drei Jahren sind in Deutschland sechs Menschen infolge der Nutzung gestorben. In den USA, wo sie seit Jahrzehnten verwendet werden, liegen die Todesfälle bei über 1.000.

Polizei NRW rüstet mit Elektroschock-Pistolen auf

Besondere Fürsprecherin für die Elektorschock-Geräte ist die „Deutsche Polizeigewerkschaft“, die sich in Sachsen-Anhalt auch vom Weltmarktführer in der Taser-Produktion, dem US-Konzern Axon, Feierlichkeiten sponsern lies. Zuvor hatten sie das Unternehmen zu einer Vorführung vor dem Innenminister eingeladen.


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