Heute am 22.03. werden an acht Flughäfen die Kontrolleur:innen ihre Arbeit niederlegen. Bereits in den vergangenen Wochen gab es von der Gewerkschaft ver.di zeitversetzte Warnstreiks für bessere Löhne.

Gestreikt wird an den Flughäfen Frankfurt, Berlin, Bremen, Hannover, Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf und Köln/Bonn. Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt können wegen fehlender Kontrollen durch den Streik keinerlei Passagiere abgefertigt werden, teilte der Betreiber Fraport mit. Eine genaue Zahl der Flugausfälle durch den Streik konnten die Flughäfen noch nicht nennen.

Die Tarifgespräche zwischen ver.di und dem “Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen” (BDLS) blieben in den letzten Tagen ohne Ergebnis. Das bisherige Angebot des BDLS von 38 Cent mehr pro Stunde ist viel zu niedrig. Ver.di teilte mit, dass dieses Angebot die Preisentwicklungen nicht auffange und Nullmonate vorsehe.

Die Gewerkschaft fordert deshalb eine Erhöhung des Stundenlohns um 1 Euro, und regional sollen die Löhne „auf das höchste Entgeltniveau“ angeglichen und vereinheitliche Tarifgruppen geschaffen werden. Der nächste Verhandlungstermin ist kommenden Donnerstag. Das ist dann bereits das fünfte Verhandlungstreffen in dieser Tarifrunde.

Die Sicherheitskontrollen stehen unter Aufsicht der Bundespolizei, sind aber weitgehend an private Dienstleister zu niedrigen Löhnen ausgelagert. Lediglich in Bayern werden die Kontrolleur:innen nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bezahlt und streiken daher nicht mit.

Der Flughafenverband ADV (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen) und ihr Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel versuchen unterdessen, den Streikenden ein schlechtes Gewissen einzureden. Sie behaupten, dass die Fluggäste nicht ausweichen könnten und dass Streiks „zu einem leichten Mittel der Wahl, um Partikularinteressen unerbittlich durchzusetzen“, geworden seien. Diese und ähnliche Äußerungen gab es in der Vergangenheit immer wieder, wenn Beschäftigte in Teilen der zentralen Infrastruktur von Flughäfen gestreikt haben. Mit ihnen wird versucht, die Streiks zu delegitimieren.


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