Bei den Verhandlungen um den Tarif im Sozial- und Erziehungsdienst zeigen sich die Arbeitgeberverbände bisher unnachgiebig. Ver.di ruft für den 8. März zu Aktionen auf.

Ende Februar fand die erste Verhandlungsrunde im Sozial- und Erziehungsdienst zwischen der Vereinigung der Arbeitgeberverbände (VKA), der Gewerkschaften ver.di, dem Beamtenbund dbb und der Tarifunion statt.

Die vorherigen Verhandlungen im Jahr 2020 wurden auf Grund der Corona-Pandemie unterbrochen.

Die Gewerkschaften haben ihre Forderungen nun präzisiert und gegenüber den Arbeitgeber:innen erläutert. Sie fordern bessere Arbeitsbedingungen, eine finanzielle Aufwertung der Arbeit und wirksame Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel.

Für die Arbeiter:innen gibt es bisher keinerlei positive Entwicklung der Verhandlungen.

„Während der Pandemie wurde mehr als deutlich, wie unverzichtbar und wertvoll die Sozial- und Erziehungsberufe für die Gesellschaft sind. Trotzdem wird die Arbeit, die die Beschäftigten täglich leisten, viel zu wenig anerkannt.“, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle.

Die aktuellen Ziele der Tarifrunde des Sozial-und Erziehungsdienstes seitens der Gewerkschaften sind:

  • Verbesserung der belastenden Arbeitsbedingungen
  • finanzielle Aufwertung der Arbeit
  • Maßnahmen gegen Fachkräftemangel

Dafür haben die Gewerkschaften 11 konkrete Forderungen ausformuliert, in denen die Eingruppierungsmerkmale, insbesondere von Kinderpfleger:innen/ Sozialassistent:innen, verbessert werden sollen. Aber auch die Verbesserung der Qualität der Arbeit durch eine Ausdehnung der Vorbereitungszeit wird darin benannt. Dies würde unmittelbar die Zeit am Kind in den Einrichtungen erhöhen. Des Weiteren sollen die Berufstätigkeit und die Berufserfahrungen, sowie erworbene Qualifikationen bei anderen Trägern anerkannt werden.

Die Seite der Arbeitgeber:innen zeigt sich bisher kühl und empfindet die Forderungen als nicht umsetzbar.
Karin Welge, Präsidentin und Verhandlungsführerin der VKA, äußert sich zur ersten Tarifrunde:“ […] es ist deutlich geworden, wie weitreichend und umfangreich die Forderungen der Gewerkschaften sind. Sie würden zu schweren Unwuchten im Tarifgefüge des kommunalen öffentlichen Dienstes und zu überproportionalen und nicht finanzierbaren Personalkostensteigerungen führen.“

Die Gewerkschaften sind damit nur bedingt zufrieden und erhoffen sich, durch die geplanten flächendeckenden Warnstreiks mehr Druck auf die Arbeitgeber:innen auszuüben.

Aktuell sind es etwa 83% Frauen im Bereich des Sozial-und Erziehungsdienstes, die somit besonders von den miserablen Arbeitsbedingungen betroffen sind. Aus diesem Grund hat die ver.di am 8.März, den internationalen Frauenkampftag, zu breiten und flächendeckenden Streiks im sozialen Bereich aufgerufen.

Auch weitere Organisationen beziehen sich am Frauenkampftag auf die schlechten Ergebnisse der ersten Verhandlungsrunde und formulieren ihre Forderungen auf den Straßen.

Die nächste Runde ist für den 21. und den 22. März in Potsdam geplant.

 


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