In Deutschland hat die Altersarmut in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Während im Jahr 2010 noch 14,1 Prozent der über 65-Jährigen als armutsgefährdet galten, waren es zehn Jahre später bereits 20,6 Prozent.

Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60% des mittleren Einkommens zur Verfügung hat.Der Anteil der Renter:innen, die unter diesem Wert liegen, hat in den letzten 10 Jahren massiv zugenommen. Waren im Jahr 2010 noch 14,1 Prozent der über 65-Jjährigen armutsgefährdet, sind es 2020 bereits 20,6%. Sie hatten monatlich nicht mehr als 1.126 Euro netto zum Leben.

Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor.

Dabei gibt es erhebliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Während die Armutsgefährdungsquote bei Männern im Jahr 2010 bei 12,1% lag und 2020 bei 18,2%, betrug sie bei Frauen im Jahr 2010 schon 15,9% und im Jahr 2020 bereits 22,6%.

Noch immer gibt es zudem erhebliche Unterschiede beim Rentenniveau von Männern und Frauen. Während Männer, die 2020 erstmals Rente bezogen, monatliche Altersbezüge in einer durchschnittlichen Höhe von 1.206 Euro erhielten, waren es bei den Frauen nur 847 Euro. Das Zahlenwerk der Bundesregierung macht deutlich, dass vor allem alleinstehende Frauen und chronisch kranke Menschen ein erhöhtes Armutsrisiko haben.

Auffällig ist, dass ein Großteil der Rentner:innen mit geringer Rente ein Leben lang eingezahlt haben. Fast ein Drittel derjenigen, die 40 Jahre und länger in die Rentenkasse einzahlten, erhielten beispielsweise in Nordrhein-Westfalen eine Altersrente von unter 1.200 Euro. Bei denjenigen, die über 45 Jahre gearbeitet haben waren es noch immer rund 20%.


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