Inflation, Teuerungen, Lieferengpässe: all das kann uns Mieter:innen teuer zu stehen bekommen. Spätestens bei der nächsten Abrechnung werden wir merken, dass wir nicht nur finanziell auf Sparflamme schalten müssen – kurz vorm Winter. Ein Kommentar von Stefan Pausitz.

„Frieren für die Freiheit“, das forderte der ehemalige Bundespräsident, Joachim Gauck. Nichts wäre schöner, wenn es so einfach wäre. Der Hass auf die Arbeiter:innenklasse wird immer größer. So hatte Habeck schon im letzten Jahr aufgrund der steigenden Energiepreise gesagt, dass es keine Aufstockung für Erwerbslose geben soll, denn diese würden „die Heizung aufdrehen und zum Fenster auflassen“.

Wir merken also, dass nach Corona nun die nächsten Angriffe auf uns zukommen. Waren die letzten Wirtschaftskrisen häufig Krisen bei denen man von außen zugucken musste, wie die Arbeiter:innen in anderen Ländern auf die Straße gingen und am Hungertuch nagten, rückt die gleiche Situation für die Arbeiter:innen hier in Deutschland immer näher.

Frieren bis zum Existenzminimum

Vor allem werden wir das bei der nächsten Nebenkostenabrechnung im Herbst bemerken. Hier werden wir die Zeche für die Änderung der staatsmonopolistischen Energiepolitik, der Inflation und Teuerung tragen dürfen. Schon im vergangenen Jahr stieg die Inflation auf über fünf Prozent. Hauptverursacher sind hier die Energiepreise gewesen. Die Strombörse spielte komplett verrückt, Hausbesitzer:innen mussten ein gesamtes Monatseinkommen aufbringen, um ihr Haus warm zu halten oder utopische Preise bei Neueinstieg auf dem Gasmarkt hinnehmen. Nun rückt der Moment immer näher, in dem auch die Mieter:innen von dieser Preisexplosion direkt betroffen sind..

Schon jetzt beginnen die Mieter:innenvereine mit Tipps die Mieter:innen auf die explodierenden Preise einzustellen. So solle man als Mieter:in selbst höhere Vorauszahlungen bei der Vermieter:in anstoßen, damit die Nebenkostenabrechnung für das nächste Jahr, 2023, wenigstens nicht so hoch wird.

Diese Einschätzung der Mieter:innenvereine zeigt vor allem eins: wir werden eine Krise erleben die über Jahre andauern wird. Die Rechnung geht jetzt schon in den Herbst 2023. Schon jetzt gibt es die ersten Generalstreiks in Peru und Griechenland. Auch hierzulande dürfen wir uns nicht einlullen lassen, dass wir Krieg und Krise nur absitzen müssten. Wir müssen gemeinsam auf die Straße gehen, um zu zeigen, dass uns der Kapitalismus weder Frieden noch Freiheit noch Wohlstand bringt.


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