Bereits 2015 schotteten sich die Staatschefs der „G7“-Länder auf dem bergig gelegenen Schloss Elmau von der Außenwelt ab. Im Juni soll nun der nächste Gipfel dort stattfinden, und erneut sollen nicht nur über 20.000 Polizist:innen Proteste von den Mächtigen fernhalten, sondern auch ein kilometerlanger Zaun gezogen werden. Vor sieben Jahren kostete allein diese Absperrung rund 2,2 Millionen Euro und war etwa 7,8 Kilometer lang. Nun soll der abgesperrte Raum größer und damit auch der Zaun noch länger werden.

Der „Sicherheitsbereich“ rund um das im südlichen Bayern gelegene Schloss Elmau soll beim G7-Gipfel im Juni diesen Jahres noch umfangreicher werden als im Jahr 2015. Das hat Werner Sika, Leiter des Planungsstabs G7 der bayerischen Polizei, am Dienstagabend in Krün auf einem Informationsabend mitgeteilt, wie der Merkur berichtet.

Die Zone, in die keine Demonstrierenden vordringen dürfen, soll wie bereits vor sieben Jahren mit einem Zaun abgesperrt werden: „Er ist für die Sicherheit dringend erforderlich“, so Sika.

Der Zaun wird dabei an bereits vorhandenen Bäumen aufgehängt und soll rund drei Meter hoch sein. Auf Grund des vergrößerten Absperrungsbereichs dürfte er in diesem Jahr zudem noch länger werden. Im Jahr 2015 waren es 7,8 Kilometer und haben insgesamt über 2,2 Millionen Euro gekostet.

Unzufriedenheit in der Elmau-Umgebung

„Es gibt noch viele Lücken in der Planung, uns fehlen noch viele Details rund um das Gipfeltreffen“, räumte Sika auf dem Informationsabend ein. Einen großen Sachstandsbericht konnte er deshalb nicht geben. Es stehe noch nicht einmal das Rahmenprogramm für die G7-Gäste. Doch dürften die Klaiser, Gerolder und Elmauer sich auch diesmal auf Verkehrsbehinderungen, Betretungsverbote und Kontrollen einstellen. Zudem sei auch klar, dass der Zaun kommen wird.

Das Vorgehen der Behörden scheint für Unzufriedenheit zu sorgen: So sollen an einer Stelle Bäume für den Zaun gefällt worden sein, was Sandra Steinhauser, Gemeinderätin und Klaiser Ortsvorsteherin, als „großes Ärgernis“ bezeichnete.

Unter  den vielen Kommentaren zum Gipfel machen auch Anwohner:innen ihrem Ärger über den Gesamtplan Luft: „Kriege, Hungersnöte, Umweltkatastrophen und menschliches Elend, wohin man in der Welt schaut, aber demnächst Ringelpietz mit Anfassen.“, kommentiert ein User auf Merkur.de. „Wir Bayern, bzw. Werdenfelder und Isartaler schämen uns vor weltweitem Publikum in Grund und Boden“, so der Nutzer.


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