Gestern, am “Ostersamstag”, hatten die Ostermärsche für den Frieden ihren traditionellen Höhepunkt. Die Teilnehmer:innen fordern insbesondere in Kriegszeiten friedliche Lösungen, um weiteren Eskalationen Einhalt zu gebieten. Gegenwind erhielten sie vom Grünen-Minister Habeck und den “Alternativen Ostermärschen”.

Mehr als 100 Demonstrationen, Kundgebungen und Mahnwachen waren unter dem Titel der Ostermärsche angekündigt. Der russische Angriffskrieg verlieh der Bewegung, die sich traditionell gegen die kriegerischen Machenschaften stellt, offenbar Rückenwind. So kamen gestern, am Höhepunkt der Protesttage, je nach Ort einige hundert und mehrere tausend Menschen zusammen.

Die Forderungen der Teilnehmer:innen stellten sich in die lange Tradition der Friedensbewegung, aus der die Ostermärsche Ende der 60ger Jahre hervorgingen. Unter dem Motto “Frieden schaffen ohne Waffen” forderten die Teilnehmer:innen konsequente Friedensverhandlungen mit dem Ziel, Menschenleben zu schützen. Damit sprachen sie sich gegen die Aufrüstung in Deutschland ebenso aus wie gegen die aktuelle Überlegung, schwere Waffen an die Ukraine zu liefern.

Weitere Transparente trugen die Aufschriften “Verhandeln! Statt 3. Weltkrieg riskieren!” und “Wer Waffen liefert, wird Krieg ernten!”.

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Kritik von “Alternativen Ostermärschen” und der Regierung

Die Haltung der Ostermärsche steht im Gegensatz zur aktuellen Politik der Bundesregierung und auch zur Stimmung, die seitens vieler NATO-Partner verbreitet wird. Das liegt einerseits daran, dass ein kleiner Teil der Unterzeichner:innen tatsächlich nicht anerkennt, dass es sich um einen Angriffskrieg von russischer Seite handelt.

Viel schwerwiegender scheint jedoch, dass auch diejenigen, die den Angriffskrieg scharf verurteilen, weitere Aufrüstung ebenso als nicht zielführend ablehnen. So fanden in diesem Jahr beispielsweise in Berlin neben den traditionellen Ostermärschen auch “Alternative Ostermärsche” statt.

Statt Friedensverhandlung und Abrüstung forderten die Teilnehmer:innen auf Schildern “Schwere Waffen jetzt!” – in der Friedensbewegung eine unübliche Forderung. Bei Umwelt- und Wirtschaftsminister Habeck, dessen Partei sich einst darauf begründete, jeden Krieg abzulehnen, stieß diese Forderung jedoch auf mehr Gegenliebe als die tatsächlichen Aktionen des Friedensratschlags.

“Frieden kann und wird es nur geben, wenn Putin seinen Angriffskrieg stoppt.”, fasste Habeck seine Position zusammen. Pazifismus sei ein “ferner Traum”, resümierte er.


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