Energie-Preise liegen derzeit in ungekannten Höhen. Während medial viel mit „dem Ukraine-Krieg“ erklärt wird, scheinen tatsächlich vor allem die Energie-Liferanten kräftige Extra-Profite zu machen – in West und Ost. Sowohl der britisch-niederländische Konzern Shell als auch das russische Unternehmen Gazprom melden massive Gewinn-Sprünge.

Der Energieriese Shell hat angesichts weltweit steigender Öl- und Gaspreise seinen bisher höchsten Quartalsgewinn gemeldet. So hat das britisch-niederländische Unternehmen in den ersten drei Monaten des Jahres einen Gewinn von 9,13 Mrd. $ (7,3 Mrd. £) erzielt. Damit hat es den für den gleichen Zeitraum des Vorjahres angekündigten Gewinn von 3,2 Mrd. US-$ fast verdreifacht. Der Rückzug aus dem russischen Öl- und Gasgeschäft aufgrund des Ukraine-Konflikts hat das Unternehmen nach eigenen Angaben jedoch 3,9 Milliarden Dollar (3,1 Milliarden Pfund) gekostet.

Am Dienstag meldete auch der Konkurrent BP aus dem Vereinigten Königreich ebenfalls einen starken Gewinnanstieg. Das norwegische Unternehmen Equinor, das ein Viertel des britischen Gasbedarfs deckt, meldete am Mittwoch ebenfalls Rekordgewinne.

Obwohl Menschen in ganz Europa mit steigenden Energiepreisen zu kämpfen haben, schloss das Vereinigte Königreich eine Sondersteuer bisher aus. Auch aus anderen Ländern ist bisher nicht bekannt, dass eine solche Steuer erwogen wird, um die Extraprofite abzuschöpfen.

Auch im Osten Extraprofite

Nicht nur westliche Konzerne schröpfen die Abnehmer von Öl und Gas. Auch das russische Gazprom teilte in einer Erklärung mit, dass der Nettogewinn im Jahr 2021 auf 2,09 Billionen Rubel (29 Mrd. USD) gestiegen ist, gegenüber 135 Mrd. Rubel im von der Pandemie betroffenen Geschäftsjahr 2020. Damit hat sich der Gewinn fast verzehnfacht. Gazprom teilte außerdem mit, dass der Umsatz im Jahr 2021 auf 10,2 Billionen Rubel ansteigt, gegenüber 6,3 Billionen Rubel im Jahr 2020.

Das vom Kreml kontrollierte Unternehmen erwartet zudem, dass sein Gewinn 2022 das Rekordhoch von 2021 übertreffen wird, auch wenn die Sanktionen der USA und Europa diesen Gewinn abschwächen könnten.


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