In den letzten Monaten sind die Preise stark angestiegen, das gilt auch für Strom und Gas. Für viele Menschen führt das zu einer hohen finanziellen Belastung. Ein britische Wohltätigkeitsorganisation berichtet von Familien, die wegen der zu hohen Kosten ganze Abende und Nächte in Fast-Food-Ketten verbringen.

Das starke Ansteigen der Preise in der letzten Zeit führt für immer mehr Menschen zu Problemen. Immer häufiger hört man von Menschen, die sich das Benzin zum Tanken nicht mehr leisten können oder beim Einkaufen auf bestimmte Lebensmittel verzichten. Doch nicht nur Tanken und Nahrung sind teurer geworden, sondern auch die Kosten für Gas und Strom steigen rasant an, bei vielen Menschen führt das natürlicherweise zu großen Problemen.

Die britische Zeitung „Guardian“ berichtet in ihrem Onlineformat von Familien die Unterschlupf bei McDonald’s suchen. Laut der Wohltätigkeitsorganisation „ Fuel Bank Foundation“ verbringen arme Eltern und Kinder ihre Abende in den Fast-Food-Restaurants und nutzen die Einrichtungen als Notküche, Badezimmer und Wohnzimmer.

“Die Leute kaufen ihren Kindern ein Happy Meal für ein paar Pfund und halten sie drinnen warm. Dann waschen und putzen sie sich die Zähne in den Waschbecken und sehen stundenlang über das kostenlose WLAN fern”, sagt Matthew Cole.

Cole ist Vorsitzender des Kuratoriums der Fuel Bank Foundation. Die Fuel Bank Foundation ist eine Wohltätigskeitsorganisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat Menschen, die ihre Rechnungen nicht bezahlen können, finanziell unter die Arme zu greifen. Sie arbeitet mit verschiedenen Partnern im Land an 350 Standorten zusammen. Dabei wird in der Regel zuerst eine Bedarfsermittlung gemacht, dann erhalten die Menschen auf elektronischem Wege Geld, mit dem sie die Energieversorgung für sieben bis zehn Tage abdecken können. Darüber hinaus wird Hilfe bei Gesprächen mit ihrem Energieversorger und bei der Beantragung anderer staatlicher Beihilfen zur Verfügung gestellt.

Die Organisation berichtet von Familien, die ihre Möbel oder alte Holzpaletten in den eigenen Wohnungen verbrennen, weil sie sich das heizen nicht mehr leisten können. Doch “Energiearmut ist selten das einzige Problem. Wenn man mit der Heizung kämpft, macht man sich wahrscheinlich auch Sorgen um Nahrung und Kleidung”, sagt Cole. In den ersten drei Monaten des Jahres 2022 verzeichnete die Stiftung einen Anstieg der Anfragen um 74 % gegenüber dem Vorjahr.

Nach Angaben der Organisation Citizens Advice liegen die durchschnittlichen Energieschulden derzeit bei 1.450 Pfund, gegenüber 1.330 Pfund im Jahr 2020. Diese dürften in diesem Jahr noch weiter steigen. Untersuchungen von British Gas und YouGov zeigen, dass 40 % der Erwachsenen im Vereinigten Königreich Schwierigkeiten haben werden, ihre nächste Rate zu bezahlen.

Einige Energiekonzerne haben bereits Härtefallfonds eingerichtet bzw. Spenden an unternehmensnahe Stiftungen. Diese Spenden können den Bedarf, den es nach Hilfe gibt, lange nicht abdecken. Bei Octopus Energie beträgt der Härtefallfond gerade ein Mal 5 Millionen Pfund. Der Konzern British Gas spendete 10 Millionen an die von ihm finanzierte Stiftung British Gas Energy Trust. British Gas verdoppelte im letzten Jahr seinen Gewinn von 447 Millionen Pfund im Vorjahr auf 948 Millionen Pfund (1,28 Milliarden Dollar).

 


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.