Der indische Subkontinent leidet unter einer der stärksten Hitzekatastrophen seit Jahren. Bereits seit Wochen werden Temperaturen von über 50 Grad Celsius erreicht und nachts fallen die Temperaturen zum Teil nicht unter 40 Grad.

Im Zuge der seit Wochen anhaltenden Hitzewelle werden eine Vielzahl an Hitzerekorden im ganzen Land gebrochen. Mitunter ist die Wasserversorgung für Menschen und Tiere nicht gesichert. Im westlichen indischen Bundesstaat Gujarat wird von Vögeln berichtet, die vom Himmel fallen, weil sie dehydriert sind. Seen und Flüsse trocknen aus und die Wasserversorgung wird über LKWs aufrechterhalten. Zum Teil sei das gelieferte Wasser von minderer Qualität, sodass der Verzehr nicht gefahrlos möglich sei.

In dem indischen Bundesstaat Assam, der sich im äußersten Nordosten des Subkontinents befindet, ist die Lage auf eine andere Art dramatisch: Die Menschen sind durch Starkregen und Überflutungen bedroht. Bereits eine halbe Million Menschen sind zu Binnenflüchtlingen geworden und Todesopfer sind zu beklagen. Da Flüsse über die Ufer treten, sind Rettungsmaßnahmen nur schwer durchzuführen.

Im Nachbarland Pakistan ist die Situation ähnlich katastrophal: Ernten gingen verloren, Früchte vertrockneten oder die Erträge gingen zurück. Tiere seien derart dehydriert, dass das Vogelsterben zunimmt und andere Lebewesen keine Wasserstellen mehr finden. Neben verunreinigtem Wasser, was die Verbreitung von Cholera Vorschub leistet, hat sich die Sterblichkeit durch Hitze in den letzten vierzig Jahren um sechzig Prozent erhöht.

Von 1901 bis 2018 stieg die durchschnittliche Temperatur in Indien aufgrund des kapitalismus-gemachten Klimawandels um 1,3 Grad Celsius. Zwölf der fünfzehn wärmsten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn traten seit 2006 auf.


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