Dem aktuellen Bericht der Welthungerhilfe zufolge hungern mehr als 800 Millionen Menschen. Besonders die zunehmenden Kriege und der Klimawandel verschärfen die Situation.

Wenn große Armut und steigende Lebensmittelpreise aufeinander treffen, bedeutet das den sicheren Tod für unzählige Menschen. In ihrem Bericht für das Jahr 2021 gibt die Welthungerhilfe nun alarmierende Zahlen heraus. Als Folge von Kriegen, Umweltzerstörung, Klimawandel und ökonomischen Krisen hungerten 2021 weltweit mindestens 811 Millionen Menschen.

Der starke Anstieg der Lebensmittelpreise auf dem Weltmarkt hat die schon um sich greifenden Hungerkrisen in vielen Ländern noch weiter verschärft. Die Teuerungen würden mit den anhaltenden Dürren, wie etwa gerade am Horn von Afrika, den sicheren Tod für viele Menschen bedeuten. „Wer nur knapp drei US-Dollar pro Tag zum Überleben hat, kann sich die Verdoppelung der Brotpreise einfach nicht leisten“, so Generalsekretär Mathias Mogge.

Dabei hatte es eine Umkehr gegeben. In den letzten Jahren hätte man „kontinuierliche Verbesserungen in der Hungerbekämpfung“ verzeichnet, „doch seit 2014 kehrt sich der Trend um: Multiple Krisen lassen die Zahl der Hungernden immer weiter steigen“.

Die UN geht davon aus, dass 2021 rund 768 Millionen Menschen von Hunger betroffen waren, während es 2020 noch 722 Millionen waren. Insgesamt hat sich damit seit Beginn 2020 die Zahl der hungernden Menschen um dramatische 150 Millionen erhöht.

Krieg, Zerstörung und Hunger im Jemen

In vielen Ländern der Welt war schon vor 2020 Hunger ein akutes Problem, doch gerade die bewaffneten Konflikte verschärfen die Lage noch weiter. So herrscht in Jemen seit sieben Jahren ein Krieg, der zu einer der verheerendsten humanitären Katastrophen der Gegenwart geführt hat.

Nachdem sich Aufständische und die Zentralregierung schon vielen Jahre Gefechte geliefert hatten, griff eine Koalition arabischer Staaten das Land militärisch an. Geführt wird die Koalition von Saudi Arabien, jedoch sind auch das US-Militär und Frankreich an dem Krieg beteiligt.

Die UN schätzt die Zahl der Toten in diesem Krieg auf rund 377.000. Viele Millionen Menschen sind vertrieben worden. Die Flucht und die Zerstörung durch den Krieg sorgten für einen Einbruch in der landwirtschaftlichen Produktion. Hinzu kommen die Wirtschaftssanktionen der USA und einer Zahl arabischer Länder, die die Situation weiter verschärfen.

Eine einfache Lösung für die weltweiten Hungerkrisen hat die Welthungerhilfe nicht anzubieten. Ihr Bericht endet mit einem Plädoyer für eine nachhaltigere Wirtschaft. Die aktuelle Lage sei ein „Weckruf, endlich die Anstrengungen gegen den Klimawandel zu verstärken, der zu immer gravierenderen humanitären Notlagen führt“.


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