Am 14. November 2021 wurden eine junge Frau und ihr kleiner Sohn in Köln von dem Ex-Partner ermordet. Anschließend wurden die Leichen in den Rhein geworfen. Die Staatsanwaltschaft fordert eine lebenslange Freiheitsstrafe mit „besonders schwerer Schuld“ für den Täter.

Nach mehreren Prozesstagen haben am 29. August Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Schluss-Plädoyers gehalten. Zuvor hatte der Vater von dem kleinen Kian gestanden, die beiden ermordet und anschließend die Leichen in den Rhein geworfen zu haben.

Kian entstand in einer kurzen Affäre zwischen Derya und dem Angeklagten. Im September letzten Jahres konfrontierte sie ihn mit der Vaterschaft und forderte, dass er Unterhalt zahlt. Kurz danach ermordete der Angeklagte zuerst Derya und anschließend den gemeinsamen Sohn.

Als Motiv gab er an, dass er nicht wollte, dass seine Familie und seine neue Freundin erfahren würden, dass er bereits Vater ist. Ebenfalls behauptete er, dass er spontan gehandelt habe und diese Aggression von sich selbst eigentlich gar nicht kenne.

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Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft

Die Staatsanwaltschaft sieht das anders. Für sie war es keine spontane Tat, sondern eine zuvor geplante. Er habe die beiden in einen Hinterhalt gelockt und aus niederen Beweggründen und Habgier gemordet. Darin sehen sie eine „besonders schwere Schuld“. Mit diesem Zusatz kann der Angeklagte deutlich länger als nur 15 Jahre in Haft bleiben. Die Staatsanwaltschaft sagte wörtlich, dass die Taten „an Verwerflichkeit nicht zu überbieten“ seien.

Am heutigen Dienstag um 14 Uhr soll  am Landgericht Köln das Urteil verkündet werden. Dort werden auch die Familie von Derya und Kian und politische Frauenorganisationen vor Ort sein.


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