Die Bundeswehr leidet unter Munitionsmangel. Zumindest sieht man das in der Bundesregierung so. Das Kanzleramt lädt daher morgen zum Munitionsgipfel ein. Geladen sind neben Vertreter:innen der Rüstungsindustrie auch Wirtschaftsministerium, Verteidigungsministerium und Außenministerium.

Mindestens Munition für 30 Gefechtstage soll jede NATO-Armee nach den Vorgaben des Militärbündnisses bereithalten. Als größte Wirtschaftsmacht Europas scheint man sich in der Bundesregierung langsam Sorgen darüber zu machen, noch nicht einmal diese Minimalanforderung zu erfüllen.

Zusätzlich hatte die Bundeswehr erhebliche Munitionsbestände an die Ukraine abgegeben. Sollte das weitergehen, muss die Produktion nach dem Willen der Ampel-Regierung angekurbelt werden. Von der Ukraine werden insbesondere Granatgeschosse für den Krieg gegen Russland benötigt.

Als Konsequenz will die Regierung nun eine konzertierte Aktion initiieren, um diesem Zustand Abhilfe zu verschaffen. Für Montag laden daher Kanzleramt und Verteidigungsministerium neben Vertreter:innen der Rüstungsindustrie auch Wirtschaftsministerium und Außenministerium zum „Munitionsgipfel“ in Berlin.

Denkbar sei Medienberichten zufolge, dass das Wirtschaftsministerium den Aufbau neuer Produktionsstandorte fördert – sprich subventioniert – oder, dass das Außenministerium hilft, zusätzliche Importverträge über notwendige Rohmaterialien oder Vorprodukte abzuschließen.

Für die Rüstungsindustrie winkt jedenfalls ein weiterer Geldsegen. Nach jüngsten Angaben beziffert die Bundeswehr ihren Bedarf an Munition auf einen Wert von 20 Milliarden Euro.


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