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Sonntag, Mai 19, 2024
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    COP27: UN-Klimakonferenz in Ägypten hat begonnen

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    Derzeit findet die 27. UN-Klimakonferenz in Ägypten statt. Öffentlich erklärtes Ziel ist ein kollektiver Umgang mit der Klimakatastrophe. Tatsächlich nutzen die Regierungschefs die Bühne für ihren Konkurrenzkampf.

    Fast 100 Staats- und Regierungschefs treffen sich im Rahmen der Weltklimakonferenz (Conference of the Parties. COP) im ägyptischen Ferienort Sharm el-Sheikh am Roten Meer. Dort sprechen sie über ihre zukünftigen Pläne, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und verkünden neue Investitionen.

    Die COP27 findet in einer Zeit hoher Preisexplosionen statt, in der zusätzlich immer mehr Länder mit immer heftigeren Naturkatastrophen fertig werden müssen. Allein in diesem Jahr haben sie schon tausende Menschenleben gefordert und Schäden im Umfang von mehreren zehn Milliarden Dollar verursacht, wobei die genaue Zahl nicht zu beziffern ist.

    Dabei geht es um verheerende Überschwemmungen, wie kürzlich in Nigeria und Pakistan, bis hin zu den Dürren und beispiellosen Hitzewellen auf allen Kontinenten. Ein Bericht der WHO belegt etwa, dass allein in diesem Jahr 15.000 Menschen in Europa aufgrund von extremer Hitze gestorben sind.

    „Es ist entweder ein Klima-Solidaritätspakt oder ein kollektiver Selbstmordpakt“, so der Generalsekretär der Vereinten Nationen Guterres.

    Er fordert ein „historisches“ Abkommen zwischen mächtigen und abhängigen Ländern, das dazu führen müsse, dass die Länder ihre Emissionen halbieren und den Temperaturanstieg auf das ehrgeizige Ziel des Pariser Abkommens von 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter begrenzen.

    Aktuelle Trends deuten jedoch eher darauf hin, dass die CO2-Emissionen bis zum Ende des Jahrzehnts noch um weitere 10% zunehmen werden und sich die Erdoberfläche langfristig um 2,8 Grad Celsius erwärmt.

    Im Rahmen der Verhandlungen hatte man sich bereits auf ein jährliches 100 Milliarden-Paket für Investitionen in arme Länder, die besonders von der Klimakatastrophe betroffen sind, geeinigt. Die konkrete Umsetzung mit Zeitplan wurden allerdings nicht beschlossen.

    Kein friedliches Miteinander

    Auch wenn die globale Klimakatastrophe eigentlich nur kollektiv bezwungen werden kann, nutzen die verschiedenen Regierungschefs auch diese Bühne für gegenseitige Anfeindungen und Sticheleien. Bei internationalen Gipfeln tragen mächtige, imperialistische Länder regelmäßig ihre Konflikte miteinander aus. Da bildet auch der Klimagipfel keine Ausnahme.

    So forderte der Französische Präsident Macron die USA, China und andere Länder auf, mehr zu zahlen: „Die Europäer zahlen. Wir sind die Einzigen, die zahlen.“ Auf der anderen Seite setzten ärmere Länder eine Klimakompensation auf die Tagesordnung. Die versprochenen 100 Milliarden seien nicht geliefert worden. Der Teil des Geldes, der doch ankam, sei in Form von Schulden geflossen, die die armen Länder in eine tiefe Abhängigkeit brächten.

    Der neue britische Premierminister Rishi Sunak stimmte harte Töne gegenüber Russland an, das allerdings nicht an der Konferenz teilnahm. Auch Bundeskanzler Scholz betonte, wie wichtig die Unabhängigkeit von Russland und die Hinwendung zu erneuerbaren Energien sei.

    Die Konferenz fand zwar ohne Russland und China statt, doch gerade die Frage des Ukraine-Kriegs wurde wieder und wieder aufgeworfen. Im Kontext von „Energiesicherheit“ wurden harte Töne unter anderem gegen Russland angestimmt, das eines der Haupt-Exportländer von fossilen Brennstoffen ist.

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