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Sonntag, Juli 21, 2024
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    Tödlicher Arbeitsunfall bei Rohkohle-Anlieferung für RWE

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    Im Zuge einer Braunkohle-Anlieferung ist in der vergangenen Woche ein Arbeiter auf dem RWE-Gelände in Bergheim-Niederaußem gestorben. Allein m vergangenen Jahr kamen 510 Menschen infolge eines Arbeitsunfalls ums Leben.

    Der Beschäftigte, der auf dem RWE-Gelände tödlich verunglückte, hatte für eine Partnerfirma von RWE gearbeitet. Im Rahmen der Rohkohle-Anlieferung zu den einzelnen Kraftböcken war er von einem Fahrzeug erfasst worden. Die Ermittlungen laufen noch, und die Bekohlung einzelner Kraftblöcke wurde infolge des Unfalls vorübergehend eingestellt.

    RWE ist einer der größten Arbeitgeber in einer der unfallträchtigsten Branchen. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) veröffentlicht jährlich Statistiken über Arbeitsunfälle. Im vergangenen Jahr hatten sich 806.217 meldepflichtige Arbeitsunfälle ereignet, bei denen die Geschädigten für mindestens drei Tage nicht arbeitsfähig waren. Mehr als 12.000 dieser Fälle waren schwere Arbeitsunfälle, die eine Verrentung zur Folge hatten oder zum Tode führten.

    Als tödlicher Arbeitsunfall gilt ein Unfall, wenn der:die geschädigte Arbeiter:in im Laufe eines Jahres nach dem Unfall an den Folgen verstirbt. Mehr als 97% der so verunglückten Arbeiter:innen sind Männer – die Branchen mit dem höchsten Risiko für Arbeitsunfälle sind vor allem männlich besetzt. Das höchste Arbeitsunfallgeschehen hat die Bauwirtschaft zu verzeichnen.

    Während der Pandemie war die Zahl der Arbeitsunfälle merklich gesunken. Nun steigt sie wieder, liegt aber immer noch unter dem vor-pandemischen Niveau. Insgesamt werden Arbeitsunfälle in der Europäischen Union immer seltener: 2018 verunglückten 3.581 Menschen im Zusammenhang mit einem Arbeitsunfall, im Jahr 2010 waren es noch 4.449 Personen. Überschlägig sank die Quote der tödlichen Arbeitsunfälle von 1994 bis 2018 von 3,7 auf 0,8 pro 100.000 Arbeiter:innen.

    Dennoch ereignen sich fast täglich Arbeitsunfälle mit Todesfolge, wie die jüngsten Fälle auf dem RWE-Gelände oder der Tod eines Kranführers im Krefelder Hafen einen Tag später.

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