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Mittwoch, April 17, 2024
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    Altersarmut in Köln – ein immer größeres Problem

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    Die Anzahl der in Köln von Altersarmut betroffenen Haushalte ist in den letzten Jahren weiter gestiegen. Rentnerinnen und Rentner gehören zu den größten Verlierer:innen der vergangenen Krisenjahre.

    Wem in Deutschland weniger als 1.251 Euro pro Monat zur Verfügung stehen, gilt als arm. Für das Jahr 2022 traf dies bundesweit auf fast 18% der Menschen in der Altersgruppe über 65 Jahre zu. 2018 waren es noch gute 13% – ein Anstieg um rund 38%. Da diese Werte Durchschnittswerte sind, müssen regionale Unterschiede beachtet werden.

    Die Situation in Köln

    In Köln haben sich die Bezieher:innen der Grundsicherung von 2005 auf 2022 nahezu verdoppelt: Gab es 2005 noch 8.308 Leistungsbezieher:innen, sind es nun 17 Jahre später 16.610. Das ist ein Indiz dafür, dass auch in Köln die Altersarmut enorm angestiegen ist. Fast 9% der Renter:innen in Köln sind in ihrem Lebensabend von Armut unmittelbar bedroht.

    Erschwerend kommt hinzu, dass bestimmte Regelsätze der Grundsicherung pauschal ausgezahlt werden und sich nicht an die Preissteigerungen anpassen. Die Grundsicherung kann somit die Preisexplosionen beim Heizen und der Nutzung von Strom nicht kompensieren.

    Auch beim Wohngeld machen die über 65-Jährigen fast 25% der Leistungsempfänger:innen in Köln aus. Auch wenn viel mehr der Menschen einen Anspruch auf Wohngeld hätten, scheuen sich viele aus sozialer Scham und Angst, als Bittsteller:in gebrandmarkt zu werden.

    Armut ist weiblich

    Für Rentnerinnen und Rentner hat diese Altersarmut neben der geringen Kaufkraft ganz handfeste soziale Folgen: Sie ziehen sich in ihre Wohnungen zurück, da eine soziale Teilhabe aus finanziellen Gründen nicht mehr möglich ist. Daher sind arme oder von Armut bedrohte Rentnerinnen und Rentner in ihrer Masse nicht als soziales Problem sichtbar.

    Zu sehen sind diese daher oft nur als Flaschensammler:innen oder an den Ausgabestellen der Kölner Tafeln. Zudem ist Altersarmut überdurchschnittlich oft ein Problem der Rentnerinnen: Die Leistungen der Grundsicherung gingen Ende 2022 zu fast 57% an Frauen.

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