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Samstag, Juli 13, 2024
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    England: Mord an junger transgeschlechtlicher Frau

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    Brianna Ghey, eine 16-jährige transgeschlechtliche Frau, wurde in Nordengland ermordet. Auf ihren Tod folgt weitere Transfeindlichkeit durch die mediale Berichterstattung und Gesetze.

    In einem nordenglischen Dorf wurde am vergangenen Samstag die 16-jährige Brianna Ghey ermordet. Sie wurde tagsüber in einem Park erstochen, zwei 15-jährige Tatverdächtige wurden von der Polizei festgenommen. Diese hatte zunächst betont, dass es sich um eine „zielgerichtete“ Tat, aber ohne transfeindlichen Hintergrund gehandelt hätte. Am Dienstag teilte die Polizei nun mit, dass man dieses Motiv doch nicht ausschließe.

    Dass es sich um einen transfeindlichen Mord gehandelt haben kann, bestätigen Aussagen von Brianna Ghey’s Freund:innen gegenüber der englischen Presse. Sie sprechen von jahrelangem Mobbing und davon, dass Brianna in der Vergangenheit auch schon zusammengeschlagen wurde, weil sie trans war. Ihre Schule und die Polizei hätten sich geweigert, einzugreifen.

    Aber auch nach ihrem Mord ebbte die Transfeindlichkeit nicht ab: So änderte zunächst die Londoner Times ihren Artikel über Brianna, indem sie ihren abgelegten alten Namen nannten und zunächst das Wort „Mädchen“ strichen. Und der Telegraph zitiert Harry Miller, einen transfeindlichen Aktivisten, mit den Worten, dass, wenn es sich nicht um ein Hassverbrechen handele, es als Mord an einem jungen Mann eingeordnet werden müsse – und nicht unter Gewalt gegen Frauen fallen dürfe.

    In Briannas Todesurkunde wird nach englischen Gesetzen ein männlicher Geschlechtseintrag zu finden sein, da sie mit 16 noch kein sogenanntes „gender recognition certificate“ – eine Bestätigung der juristischen Änderung des Geschlechtseintrags – besitzen durfte.

    Britische Regierung blockiert schottisches Gesetz für Änderung des Geschlechtseintrags

    Eine Erleichterung dieser Änderung wurde in der Vergangenheit von der englischen Regierung mehrmals blockiert – zuletzt sogar durch ein schottisches Gesetz. Es war das erste Mal, dass das Land von dieser Macht Gebrauch machte.

    In Reaktion auf Briannas Mord wurde zu mehreren Mahnwachen in England aufgerufen. Politische Aktivist:innen, die sich für die Rechte von trans Personen in Großbritannien einsetzen, sehen den Mord auch als Folge der transfeindlichen Stimmungsmache der letzten Jahre.

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