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Donnerstag, Juli 25, 2024
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    USA möchte jetzt auch Uranmunition an die Ukraine liefern

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    Laut Regierungsdokumenten möchte die USA die Ukraine künftig mit Uranmunition beliefern. Doch die Munition ist nicht nur kurzfristig tödlich. Auch langfristig führt sie zu massiven Auswirkungen bei Mensch und Natur.

    Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters planen die Vereinigten Staaten die Lieferung von Uranmunition an die Ukraine. Dies gehe aus offiziellen Regierungsdokumente und den Aussagen zweier hochrangiger US-Beamter hervor, so Reuters. Nach dem Vereinigten Königreich wären die USA damit das zweite Land, das die strittigen Projektile an die Ukraine liefert.

    Die Munition soll Bestandteil einer zwischen 240 und 370 Millionen Dollar teuren Waffenlieferung an die Ukraine sein. Besagte Uranmunition soll dabei vor allem gegen russische Panzer eingesetzt werden.

    Der Einsatz von Uranmunition ist dabei stark umstritten. Nicht nur wurde bei der Munition eine neurotoxische Wirkung nachgewiesen, über die abgeschossenen Projektile kann sich Uran in das Grundwasser betroffener Gebiete absetzen. Dies führt zu langfristigen Umweltschäden, Missbildungen und der Häufung von Krebserkrankungen. Die Organisation “Ärzte für die Verhinderung des Atomkrieges” sehen die Munition zudem als potentiellen Auslöser für das sogenannte Golfkriegs-Syndrom, unter dem viele US-amerikanische Veteranen leiden. Dieses zeichnet sich durch Erschöpfung, Muskelschmerzen und Gedächtnisschwund aus.

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    Dennoch wurde sie von den USA nicht nur im besagten Golfkrieg, sondern auch im Irak- und Jugoslawienkrieg eingesetzt. Im Irak allein wurden zwischen 1993 und 2003 über 400.000 Kilogramm an mit Uran angereicherter Munition verschossen – auch in Wohngebieten. Laut der Friedensorganisation “Pax” stieg in der irakischen Provinz Babil die Zahl der diagnostizierten Krebsfälle von 500 Fällen im Jahre 2004 auf über 9.000 im Jahre 2009. Andere Studien kamen zu ähnlichen Ergebnissen.

    Da der Ukraine-Krieg größtenteils auf ukrainischem Staatsgebiet stattfindet, wird es, wie schon bei der Lieferung von Streumunition, größtenteils die ukrainische Bevölkerung sein, die langfristig den Preis für den Einsatz dieser Waffe zahlen muss.

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