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Samstag, Mai 25, 2024
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    Angriffe gegen Obdachlose um 35 Prozent angestiegen

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    Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Gruppe Die Linke geht hervor, dass die Straftaten sowie Gewalttaten gegen obdachlose Menschen in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen sind – in den letzten 5 Jahren um rund 35 Prozent.

    In den letzten Jahren haben Straftaten gegen Menschen, die von Obdachlosigkeit betroffen sind, drastisch zugenommen. Das zeigt die Antwort auf eine kleine Anfrage der Linkspartei an die Bundesregierung.

    Im letzten Jahr gab es 2.122 versuchte oder vollendete Straftaten, bei denen mindestens eine der betroffenen Personen obdachlos war – dazu gehören etwa gewalttätige Übergriffe, aber auch Beleidigung oder Diebstahl. Die Zahl der Straftaten und versuchten Straftaten insgesamt ist damit um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, in dem sie bei 1.919 lag.

    Die Steigerung der Straftaten, bei denen Obdachlose betroffen sind, ist eine Entwicklung, die sich in den letzten Jahren zunehmend beobachten lässt. Waren es 2018 noch 1.560 Fälle, gab es im Jahr 2020 bereits 2000 Straftaten – und 2023 schon 2.122. Von 2018 bis 2023 stieg damit die Zahl der Straftaten mit Obdachlosen als Betroffenen um 36 Prozent.

    Drastischer Anstieg der Gewaltdelikte

    Nicht nur die Straftaten im Allgemeinen, sondern auch die Gewaltdelikte gegen Obdachlose haben zugenommen: Aus der Antwort auf die kleine Anfrage geht hervor, dass die Anzahl der versuchten oder vollendeten Straftaten, die der „Gewaltkriminalität“ zugerechnet werden, von 832 im Jahr 2022 auf 885 im letzten Jahr gestiegen sind. Auch hier ist ein Aufwärtstrend zu beobachten – so waren es im Jahr 2021 noch 817.

    Vor 2020 waren die Zahlen bei Weitem niedriger. So gab es im Jahr 2018 laut Vorlage rund 647 Straftaten und im Folgejahr 620. 2020 stiegen die Gewaltdelikte dann drastisch an und beliefen sich auf 822 versuchte und vollendete Straftaten.

    Somit sind die direkten gewalttätigen Attacken gegen Obdachlose um 36 Prozent in den letzten 5 Jahren angestiegen.

    Wohnungslosigkeit um 58 Prozent gestiegen

    In Deutschland steigt zudem laut Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) auch die Zahl der Wohnungs- und Obdachlosen weiter an. So hatten im Verlauf des Jahres 2022 geschätzt 607.000 Menschen zeitweise keine eigene Wohnung. Damit ist die Zahl um satte 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2021 gestiegen. Von den 607.000 wohnungslosen Menschen waren laut der BAGW rund 50.000 ganz ohne Unterkunft, also obdachlos.

    Unter den deutschen Wohnungslosen habe es dabei lediglich einen Anstieg von 5 Prozent gegeben, bei denen ohne deutsche Staatsbürgerschaft dafür einen Anstieg um 118 Prozent.

    Unter deutschen Staatsbürger:innen tritt die Wohnungslosigkeit in 57 Prozent aller Fälle als Folge einer Kündigung ein. Bei 21 Prozent habe es Miet- und Energieschulden, bei 20 Prozent Konflikte im Wohnumfeld und bei 16 Prozent eine Trennung oder Scheidung als Auslöser gegeben. Wohnungslose ohne deutsche Staatsbürgerschaft hatten in der Regel noch nie eine Wohnung in Deutschland.

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