Die USA griffen in den letzten Tagen wiederholt Stellungen der Huthis im Jemen an. Trump gibt dabei deren Auslöschung als Ziel aus und droht auch dem Iran. Die Huthis gelten als Störfaktor, da sie seit Ende des Jahres 2023 immer wieder Handelsschiffe im Roten Meer angreifen.
Seit dem 15. März läuft eine Militäroperation der USA gegen die Huthis, eine jemenitische Miliz, die de facto die Regierung im Jemen bildet. US-Präsident Trump spricht davon, die Miliz „vollständig auslöschen“ zu wollen – so stufte die USA sie zuletzt auch offiziell als Terrororganisation ein.
Sicherung der Handelsroute
Auslöser der Konfrontation sind die Angriffe der Huthis auf Handelsschiffe im Roten Meer. Geographisch ist der Jemen direkt an dessen östlicher Küste gelegen und damit direkt an einer der wichtigsten internationalen Handelsrouten: So verlaufen 12 Prozent des weltweiten Handels über den Suezkanal und das Rote Meer. In Reaktion auf den Beginn des Genozids in Gaza begannen die Huthis nach eigenen Angaben mit ihren Angriffen auf diejenigen Schiffe, die Israel ansteuerten und keine Hilfsgüter für Palästinenser:innen an Bord hatten.
Seit 2023 sind insgesamt dem Pentagon zufolge bislang 174 Mal Kriegsschiffe und 145 Mal Handelsschiffe angegriffen worden. Die Angriffe wurden in Zeiten des Waffenstillstands ausgesetzt. Unter anderem attackierten die Huthis auch Israel direkt – zuletzt geschah dies durch Raketenangriffe in der Nacht des 20. März 2025.
Doch nicht erst jetzt antworten die USA mit militärischen Angriffen: Im Januar 2024 bombardierten sie – gemeinsam mit Großbritannien und weiteren Verbündeten – diverse Stellungen der Huthi im Jemen und führten dabei dutzende Angriffe durch. Auch Deutschland entsandte seine Bundeswehr-Fregatte „Hessen“ ins Rote Meer, um die Handelsroute zu sichern.
Angriffe dauern an
Bei den US-amerikanischen Angriffen seit dem 15. März sollen bereits über 53 Menschen getötet und über 101 weitere verletzt worden sein, so die Angaben des jemenitischen Gesundheitsministeriums. Zudem seien viele Menschen unter den Trümmern verschollen. Durch Kampfflugzeuge und Raketenangriffe wurden auch die Hauptstadt Sanaa und die Hafenstadt Hudaida attackiert.
Das US-Regierung kündigt an, die Angriffe so lange durchführen zu wollen, bis die Huthis aufhörten, Schiffe anzugreifen. Diese wappnen sich jedoch zum Gegenangriff und berichten bereits von Angriffen auf den Flugzeugträger „USS Harry Truman“ und weitere Kriegsschiffe.
Ankündigung an den Iran
Zu den regionalen Bündnispartner:innen der Huthis zählen neben der Hisbollah im Libanon auch der Iran. Aufgrund dessen drohte die US-Regierung nun auch dem Iran und forderte das Einstellen der Huthi-Unterstützung. Die Regierung in Teheran entgegnet jedoch, nicht an den Angriffen auf Handelsschiffe beteiligt zu sein und sich auch nicht von den USA weiter bedrohen oder ihre Außenpolitik vorgeben zu lassen.
Im Falle einer Eskalation seitens des US-amerikanischen Militärs geben Oberbefehlshaber der Iranischen Revolutionsgarden an, bereit zu sein, ihrerseits zu reagieren, und sprechen ebenfalls eine Drohung aus. Zusätzlich wirft das iranische Außenministerium den USA eine „grobe Verletzung der Grundsätze der UN-Charta und der grundlegenden Regeln des Völkerrechts“ vor.
Humanitäre Lage bleibt katastrophal
In dem 2014 ausgebrochenen Bürgerkrieg sollen laut UN-Angaben insgesamt bereits ungefähr 400.000 Menschen getötet worden sein. 3 Millionen Jemenit:innen sind binnenvertrieben, viele weitere Millionen leiden unter den Folgen des Kriegs. Rund vier Fünftel der Bevölkerung sind dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Aufgrund der Not sind es vor allem Minderjährige, die unter prekärsten Bedingungen arbeiten gehen müssen, um die Familie mit über die Runden bringen zu können. Hilfsorganisationen berichten überdies davon, dass Krankheiten wie zum Beispiel Cholera ein großes Problem darstellen, da sie sich sehr schnell verbreiten – und auch der Hunger ist ein tagtägliches existenzielles Problem.

