Zeitung für Solidarität und Widerstand

Rentenproteste in Argentinien brutal niedergeschlagen

Schon seit mehreren Wochen protestieren Rentner:innen in Argentinien gegen die niedrigen Bezüge. Ihre Lebenserhaltungskosten steigen von Jahr zu Jahr, doch ihre Renten nicht. Organisierte Fußballfans demonstrieren Solidarität – und die Polizei schlägt die Proteste auf brutale Weise zurück.

Schon vor seinem Amtsantritt kündigte der jetzige Präsident Javier Milei an, dass er die Staatsausgaben kürzen wolle. Seit Beginn seiner Amtszeit leiden darunter Bauprojekte, Kultur und Bildung. Besonders hart hat es die Rentner:innen getroffen: Die Kaufkraft ihrer Rente ist um fast 30 Prozent gesunken.

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In der Hauptstadt Argentiniens, Buenos Aires, demonstrieren seitdem vor allem Rentner:innen wöchentlich für höhere Renten und gegen die Regierung unter Mileis Präsidentschaft. Sie fordern eine auskömmliche und angemessene Versorgung, da die Lebenserhaltungskosten immer weiter steigen und sie sich ihr Leben mit derart niedriger Rente kaum mehr leisten können.

Diesen Protesten schlossen sich nun auch mehrere Fangruppen verschiedener Fußballvereine an, darunter Boca Junior, River Plate und weitere. Die sogenannten „Barra Bravas” (das lateinamerikanische Äquivalent zu „Ultra”-Fangruppen) demonstrieren Solidarität und unterstützen die Rentner:innen mit Sprechchören und Fahnen.

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Polizei geht brutal gegen Protestierende vor

Schon vor dem Zusammenschluss der Demonstrant:innen und der Fußballfans gab es schwächere Angriffe von der Polizei, sie setzte z.B. Tränengas gegen die Rentner:innen ein. Nach dem Zusammenschluss der Fußballfans und der Protestierenden eskalierte jetzt die Situation: Die Polizei verwendete nicht nur Tränengas, sondern auch Gummigeschosse und Wasserwerfer. Die Protestierenden wehrten sich mit Steinen und setzten sowohl Müllcontainer, als auch ein Fahrzeug und Motorrad der Polizei in Brand.

Im Verlauf der Demonstration wurden 150 Menschen festgenommen und mindestens 20 weitere verletzt. Darunter befand sich auch ein Fotojournalist, Pablo Grillo, der vor Ort die Geschehnisse dokumentierte und dabei von einer der Tränengasgranaten getroffen wurde. Sein Vater äußerte in den lokalen Medien, dass sein Sohn in Lebensgefahr schwebte. Die Schuld sieht er bei der argentinischen Regierung und ihrem brutalen Vorgehen.

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