Einer Studie zufolge haben es Menschen mit einem migrantisch klingenden Namen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz deutlich schwerer als vermeintlich deutsche Bewerber:innen. Dies ist Ausdruck des vorherrschenden und stetig zunehmenden Rassismus in Deutschland.
Der Name spielt eine wesentliche Rolle dabei, wie groß die Chancen von Schüler:innen sind, einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Menschen mit einem Namen wie „Lukas Becker“ erhalten deutlich öfter eine Antwort auf ihre Bewerbung als Menschen mit einem Namen wie „Habiba Mahmoud“.
Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Siegen mit dem Titel „Ausbildungsplätze: Herkunft schlägt Leistung“ festgestellt. Dabei haben Forscher:innen 50.000 Bewerbungen von fiktiven Schüler:innen an Betriebe geschickt, die Ausbildungsplätze ausgeschrieben hatten.
Das Ergebnis? Bewerber:innen mit arabisch klingenden Namen erhielten in nur 36,8 Prozent der Fälle eine Rückmeldung, wohingegen Bewerber:innen mit deutsch klingendem Namen in 67,8 Prozent der Fälle eine Rückmeldung erhielten.
Benachteiligung für „fremde“ Nachnamen – ob russisch oder türkisch
Auch russisch, hebräisch und türkisch klingende Namen erhielten in nur 52 bis 56 Prozent der Fälle eine Rückmeldung. Selbst deutlich bessere Schulnoten, Praxiserfahrungen oder soziales Engagement ändern nichts daran. Besonders stark ist diese Benachteiligung im Handwerk und auf dem Land. Als Begründung geben die Betriebe selbst an, dass sie Schwierigkeiten mit Sprachbarrieren, kultureller Distanz oder zusätzlichem bürokratischen Aufwand, etwa wegen fehlender Aufenthaltsgenehmigungen, befürchten.
Im Durchschnitt verdienen Migrant:innen der ersten Generation 19,6 % weniger als Einheimische. Dies ist vor allem auf einen eingeschränkten Zugang zu besser bezahlten Branchen, Berufen und Unternehmen zurückzuführen. Dieser eingeschränkte Zugang beginnt bei der Ausbildung und macht sich hier besonders deutlich.
Ausdruck des steigenden Rassismus
Auch wenn diese Diskriminierung sicherlich nicht neu ist, ist sie dennoch in ein allgemeines Klima der steigenden Hetze gegen Migrant:innen einzuordnen. Die Rhetorik und Politik der Bundesregierung richteten sich in den letzten Jahren immer schärfer gegen Migrant:innen und Asylsuchende.
Durch die verstärkten Grenzkontrollen und immer weitere Aushöhlung des Asylrechts, wie bei der GEAS-Reform, wird suggeriert, Migrant:innen und Asylsuchende seien gefährlich und ein Problem. Auch medial wird stark gegen Migrant:innen gehetzt, wie bei den Anschlägen von Aschaffenburg und Solingen, während Anschläge von Deutschen und rassistische Polizeimorde wie denen an Lorenz A., Qabel und Emal F. ignoriert und relativiert werden.
Proteste in Frankreich und Deutschland: Wie protestieren wir gegen Rassismus?
Dies führt auch zu einem Erstarken der faschistischen Bewegung und zu mehr Angriffen auf Migrant:innen. Laut den Zahlen zu der politisch motivierten Kriminalität, gab es in 2024 einen Anstieg von 34,3 Prozent an „ausländerfeindlichen Straftaten“, verglichen mit dem Vorjahr.

