In einer neuen Studie konnten die gestiegenen Gehälter und Einkommen von deutschen DAX-Vorständen offengelegt werden. Was verwundert: Deutschlands Top-Manager:innen können auch in Zeiten wirtschaftlicher Rezession ihr Privatvermögen deutlich erhöhen.
Die „Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz“ (DSW) hat eine Studie veröffentlicht, welche den Zuwachs von Gehältern deutscher Top-Manager:innen in den zentralen börsennotierten Konzernen nachvollziehbar macht.
Der eingetragene Verein sieht sich als die Interessenvertretung von Aktionär:innen gegenüber den Aufsichtsräten von Aktiengesellschaften. Um seiner Aufgabe nachzukommen, führt der Verein eben solche Erhebungen durch und bündelt die Auskunfts- und Beteiligungsrechte seiner Mitglieder bei Aktionärsversammlungen, um dort in ihrem Interesse zu agieren.
Über 10 Prozent Zuwachs
Der aktuelle Bericht zeigt auf, dass die Bezahlung der CEOs der 40 größten deutschen Unternehmen, die im Deutschen Aktienindex (DAX) gelistet sind, 2024 um 10,4 Prozent anstiegen. Das entspricht einer Summe von ca. 231,4 Millionen Euro.
Im Durchschnitt verdient ein DAX-Manager laut der Studie 6,3 Millionen Euro im Jahr, was aber nur eine Teil der realen Bezüge ausmacht (eigene Aktienanteile oder Pensionen sind hier nicht mitgerechnet). Am oberen Ende dieser Gehaltsskala stehen die Vorstandsgrößen Christian Klein (SAP) mit 18,98 Millionen Euro, Vincent Warnery (Beiersdorf) mit 13 Millionen oder Ola Källenius (Mercedes-Benz) mit 12,5 Millionen Euro pro Jahr wieder.
Dabei wird nur ein Drittel des Einkommens als fester Betrag im Grunde als Gehalt gezahlt. Der Rest ist an die Entwicklung des Unternehmens, konkret die Entwicklung des Aktienkurses gekoppelt, und speise sich aus entsprechenden Sonderzahlungen, sogenannten Boni. Während die realen Umsätze der Großkonzerne in der Krisenzeit kaum stiegen, konnte der Börsenkurs insgesamt deutlich stärker zulegen, beim DAX sogar um fast 19 Prozent.

