Zeitung für Solidarität und Widerstand

PKK-Auflösung: Symbolische Waffenniederlegung nach Aufruf Öcalans

Bei einer Zeremonie verbrannten erste Mitglieder der PKK ihre Waffen. Sie reagierten damit auf einen erneuten Friedensappell von Abdullah Öcalan. Erstmals seit 26 Jahren wurde eine Videobotschaft des inhaftierten PKK-Gründers veröffentlicht.

Dreißig Kämpfer:innen der Arbeiterpartei Kurdistans (Partiya Karkerên Kurdistanê, PKK) legten bei einer Zeremonie in den Bergen von Silêmanî ihre Waffen nieder und verbrannten sie. Dieser symbolische Akt sei eine „bewusste, politische Handlung“, sagte die beteiligte Sprecherin der Gruppe für Frieden und demokratische Gesellschaft (KCK), Besê Hozat.

Denn Waffen seien „für eine Bewegung, die auf demokratische Lösungen setzt, letztlich ein Hindernis“. Gleichzeitig fordert die KCK „konkrete Maßnahmen“ im Friedensprozess durch den türkischen Staat. Ohne eine entsprechende Reaktion könne man nicht weitere Gruppen zur Waffenniederlegung auffordern.

PKK erklärt Auflösung und Ende des bewaffneten Kampfs

Zeremonie folgt Öcalans Videobotschaft

Die Zeremonie fand als Reaktion auf den erneuten Friedensappell Abdullah Öcalans statt, der wenige Tage zuvor aus dem Gefängnis heraus veröffentlicht wurde. Zum ersten Mal seit 26 Jahren gab es eine Videobotschaft von Öcalan. Als Gründer der PKK ist er seit 1999 auf der türkischen Gefängnisinsel Imrali inhaftiert.

In seiner Botschaft ruft Öcalan zum Frieden zwischen der PKK und dem türkischen Staat auf. Er bekräftigt seinen früheren Aufruf zur Auflösung und Entwaffnung der PKK und sieht diese Schritte als historischen Gewinn. Durch die Anerkennung der Existenz des kurdischen Volkes habe die PKK-Bewegung ihren historischen Auftrag erfüllt. Nun solle eine Phase „demokratischer Politik und rechtsstaatlicher Ausgestaltung“ folgen.

Auflösungsprozess der PKK schreitet voran

Im Mai hatte die PKK bekannt gegeben, sich nach 46 Jahren aufzulösen und den bewaffneten Kampf einzustellen. Dies war ein Ergebnis ihres zwölften Kongresses vom 5.-7. Mai diesen Jahres. Anstelle des bewaffneten Kampfes solle ein „demokratischer Weg“ eingeschlagen werden.

Mit der Entscheidung war die PKK dem Aufruf Öcalans vom Februar 2025 gefolgt. Dieser Auflösungsentscheidung ging bereits ein einseitiger Waffenstillstand der PKK voraus. Doch sowohl während dieses Waffenstillstands als auch nach der Auflösungserklärung der PKK bombardierte der türkische Staat weiterhin Gebiete in Nord- und Ostkurdistan.

Am Montag empfing der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan dann eine Delegation pro-kurdischer Parlamentsabgeordneter der DEM-Partei. Ein offizielles Friedensangebot durch den türkischen Staat gibt es bislang allerdings nicht.

Auflösung der PKK: Ein Rückschritt für die revolutionäre Bewegung

Perspektive Online
Perspektive Onlinehttp://www.perspektive-online.net
Hier berichtet die Perspektive-Redaktion aktuell und unabhängig

MEHR LESEN

PERSPEKTIVE ONLINE
DIREKT AUF DEIN HANDY!