Trump will 30 Prozent Zölle auf fast alle europäischen Waren verhängen. Auch Mexiko ist davon betroffen. Die EU versucht weiter zu verhandeln, doch auch Gegenzölle stehen auf dem Tisch.
In einem am letzten Wochenende veröffentlichtem Brief kündigt Donald Trump an, ab dem 1. August 30 Prozent Importzölle auf EU-Produkte zu erheben. Ursprünglich sollten Anfang dieser Woche Gegenzölle von Seite der EU erhoben werden, diese Maßnahme wurde jedoch erst einmal auf den 1. August verschoben.
Bis dahin soll verhandelt werden, da sich Trump in seinem Brief offen für Verhandlungen zeigt. Für den Fall, dass diese für die EU schlecht laufen, wurden zusätzliche Gegenzölle auf Importe aus den USA im Wert von 72 Milliarden Euro vorbereitet.
Besonders deutsche Politiker:innen wie Friedrich Merz (CDU) und Ursula von der Leyen, sowie deutsche Unternehmen pochen auf Verhandlungen und warnen vor einem drohenden Handelskrieg. Die Wirtschaft der Bundesrepublik beruht zu einem großen Teil auf Exporten. Besonders Porsche, Audi und andere Teile der Autoindustrie sehen sich durch die Zölle bedroht.
Auch für Mexiko sollen die Zölle auf 30 Prozent erhöht werden. Zuvor wurde sich in Verhandlungen auf 25 Prozent geeinigt. Mexiko trifft dies mindestens genauso hart, wie die EU. 80 Prozent der Exporte Mexikos gingen bisher an die USA.
Hintergründe der Zölle
Vor drei Monaten kündigte Donald Trump Zölle auf fast alle Länder an. Diese machten international Schlagzeilen und führten zu einem Beben an der Börse. Nach viel Gegenwind ruderte er etwas zurück und setzte die Zölle erstmal 90 Tage für alle Länder außer China aus. Für Einfuhren aus der Volksrepublik wurden die Zölle sogar nochmal erhöht. Die neuen Zölle für die EU stellen lediglich eine Weiterführung der offensiven Wirtschaftspolitik der USA dar.
Diese neue Wirtschaftspolitik ist jedoch keineswegs eine alleinige Erfindung von Trump und kein Resultat seiner oft hervorbeschworenen Inkompetenz. Bereits 2024 entwickelte der ökonomische Chefberater Stephen Miran die nun in die Praxis umgesetzte neue Strategie.
Ziel sei es, die alten Machtverhältnisse und die internationale Hegemonie der USA wiederherzustellen. Durch die Zölle soll die eigene Industrie gestärkt werden, die in den letzten Jahrzehnten stark abgebaut wurde.
Durch die Zölle sollen die Waren der eigenen Industrie in den USA konkurrenzfähiger gemacht werden. Der Wiederaufbau der Industrie sei notwendig, um militärisch langfristig mit der aufstrebenden Weltmacht China mithalten zu können. Dazu muss die USA ganze Produktionsketten wieder ins eigene Land zurückholen.
Ebenso soll der Preis des US-Dollars durch die Zölle gesenkt werden, was wiederum die Waren der USA im Ausland konkurrenzfähiger machen soll.
Das Kunststück: US-Zollkrieg für eine neue alte Weltordnung
Wie genau die Verhandlungen ausgehen werden, ist schwer abzusehen. Beide Parteien haben jedoch vermehrt betont, dass der eigentliche Gegner China ist. Ein gewisser Kompromiss ist also möglich. Das Thema Zölle wird mit diesen Verhandlungen jedoch noch lange nicht abgeschlossen sein.

