Ein drittes Mal in der Geschichte der USA treten sie aus der UNESCO aus, zweimal davon unter Präsident Donald Trump. Der Grund: Die Organisation sei zu „woke“ und anti-israelisch, sowie globalisierend. Dabei trat die USA erst 2023 unter Joe Biden wieder ein.
Die UNESCO (engl. United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) wurde 1945 mit dem Ziel gegründet, durch internationale Zusammenarbeit zur Erhaltung von Frieden und Sicherheit beizutragen. Dabei hat sie verschiedene Tätigkeitsbereiche. Sie gibt vor, inklusiven und fairen Zugang zu Bildung zu fördern, den Zugang zu wissenschaftlichem Wissen zu ermöglichen, sowie Kulturerbe und kulturellen Austausch zu fördern. Zudem ist sie in der globalen Nachhaltigkeit tätig.
Als eine der 17 Sonderorganisationen der Vereinten Nationen (UN) verfolgt die UNESCO das Ziel den „internationalen Zusammenhalt“ zu sichern. Gleichzeitig zeigen aber besonders die Entwicklungen und Kriege der letzten Jahre, dass die Diskussionen und Beschlüsse der Vereinten Nationen nur einen begrenzten Einfluss auf die Entscheidungen der verschiedenen Staaten der Welt haben dürften.
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Die Vereinten Nationen – für die USA nicht zionistisch genug
Dass die USA austreten, geschieht bereits zum dritten Mal, und immer sind es die ähnlichen, fadenscheinigen Gründe. Bereits 1974 stellte die amerikanische Regierung die Zahlungen an die UNESCO ein, nachdem es mehrfach zu Differenzen kam und die UNESCO die palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) anerkannte und Israel verurteilte. Ein Jahrzehnt später trat die USA endgültig aus und nannte als Gründe, die UNESCO sei „linksgerichtet politisiert“ und hätte unordentliche Finanzen. 2003 traten sie unter George W. Bush wieder bei.
Als die UNESCO 2011 entschied, Palästina als Staat wieder aufzunehmen, stellten die USA (und auch Israel) erneut ihre Zahlungen ein. Zur Begründung wurde genannt, die Aufnahme Palästinas würde „die internationalen Bemühungen um einen gerechten dauerhaften Frieden im Nahen Osten unterminieren“.
2016 verabschiedete die UNESCO auf Antrag der arabischen Staaten eine Resolution, die die Sicherstellung des Kulturerbes Palästina und des eigenständigen Charakters Ost-Jerusalems einleitete. Der UNESCO wurde seitens Israel dabei vorgeworfen, die jüdischen kulturellen Hintergründe der Stadt „missachtet“ zu haben, aufgrund von Gewalt gegen islamische Bilder und archäologischen Ausgrabungen. Daraufhin trat Israel vorläufig aus und die USA zog 2017 unter der Trump Regierung nach. Erst 2023 trat die USA unter Joe Biden wieder bei, unter einem konkreten Finanzierungsplan. Die Vorsitzende der UNESCO bezeichnete dies als „starken Akt des Vertrauens in die UNESCO und den Multilateralismus (Bezeichnung für das gemeinsame und koordinierte Handeln von mehreren Staaten).
Trumps erneuter Austritt, der im Juli 2025 für Anfang 2026 angekündigt wurde, reiht sich ein in den vergangenen Entwicklungstrend der US-amerikanischen Außenpolitik. Besonders unter Trump geht der US-amerikanische Staat größere Schritte in Richtung einer neuen internationalen Ordnung, welche explizit nicht auf eine feste Zusammenarbeit zwischen den USA und der EU setzt. Das zeigt sich nicht nur zuletzt in aktuellen Meinungsverschiedenheiten zwischen den USA unter Trump, sondern auch in einigen europäischen Staaten – beispielsweise in Bezug auf das Abtreibungsverbot oder den Krieg in der Ukraine.

