Zeitung für Solidarität und Widerstand

Der Klimawandel läuft sich warm – Waldbrände in Südeuropa

Großflächige Waldbrände fegen durch große Teile Südeuropas und auch in Deutschland herrscht massive Hitze. Während der Klimawandel Umweltkatastrophen zur alljährlichen Normalität macht, drohen anstehende Kriege die Lage abermals zu verschlimmern. – Ein Kommentar von Eduard Dunker.

Was wir hautnah zu spüren bekommen sind die Auswirkungen des Klimawandels, und die werden von Jahr zu Jahr größer. Derzeit sehen sich Menschen in Deutschland einer Hitzewelle ausgesetzt, die in einigen Teilen des Landes zu Hitzewarnungen und einer steigenden Waldbrandgefahr führt. In Südeuropa sind die Folgen des Klimawandels deutlich dramatischer – neben der Hitzewelle stehen riesige Waldgebiete bereits in Flammen.

Im Süden Frankreichs kam es zum größten Brand seit mindestens 50 Jahren, hier wurden 16.000 Hektar Land verbrannt und es kamen zwei Menschen ums leben. Die französischen Behörden ermitteln inzwischen wegen vorsätzlicher Brandstiftung, das Ausmaß des Brandes dürfte aber vornehmlich auf die extreme Wetterlage zurückzuführen sein.

In Italien brechen immer wieder Waldbrände aus. Im Juli kostete ein solcher zwei Feuerwehrleute das Leben. Ähnlich sieht es in Griechenland aus, wo bei der extremen Trockenheit ein Funke reicht um einen Waldbrand aus zu lösen. Ebenso brennt es in Portugal, Kroatien, Albanien, der Türkei und Bulgarien – im Balkan kommt zu diesen Bedingungen hinzu, dass die Feuerwehr nicht gut genug vorbereitet ist.

Besonders schlecht ist die Lage in Spanien, wo mit 100.000 Hektar doppelt so viel Land verbrannt ist wie letztes Jahr, was aber immer noch eine Verbesserung zu den 2022 verlorenen 300.000 Hektar darstellt – ein ernüchterndes Bild. Vor allem in den Regionen Galicia und Castilla y León, wird noch immer gegen das Feuer gekämpft und es mussten Tausende Menschen in Sicherheit gebracht werden. Neben zahlreichen Evakuierungen und Verletzten gab es auch drei Todesopfer. Das Land hat nun um Löschflugzeuge bei der EU gebeten.

Klimawandel ist fest im System verankernd

Das in Südeuropa die Wälder brennen ist keine Neuheit. Ganz im Gegenteil: Waldbrände in den wärmsten Teilen Europas werden zunehmend zur alljährlichen Tradition. Bei den Waldbränden handelt es sich also schon lange nicht mehr um unvorhersehbare Naturkatastrophen, sondern eine Absehbare folge des Klimawandels.

Größter Waldbrand des Jahres in Griechenland

Dabei ist der Klimawandel selbst in der unersättlichen Logik eines nach Profitmaximierung orientierten Wirtschaftssystem – dem Kapitalismus – begründet. Denn in diesem wird nicht nur der letzte Tropfen Mehrwert aus den Menschen gepresst sondern auch aus der Umwelt.

Das kann sich in der jetzigen Situation ganz konkret zeigen, wie zum Beispiel in Spanien und Portugal, wo die Waldbrände durch künstliche Monokultur-Wälder begünstigt werden, die für die Papier- und Holzindustrie gepflanzt wurden, ohne Rücksicht auf die offensichtliche Gefahr für die Menschen zu nehmen.

Aber auch von den derzeit herrschenden Waldbränden abgesehen ist die Profitlogik des Kapitalismus der Hauptantrieb für die sich stets verschlechternde Lage der Umwelt: Von der Rodung des Regenwaldes für Ackerflächen, dem Abzapfens jedes letzten Tropfens an Erdöl bis zur billigsten Produktionsweise die möglich ist, sind sich Kapitalist:innen für nichts zu schade, um nicht hinter die Konkurrenten zurück zu fallen. Friss oder stirb lautet das Motto.

Kriege als Brandbeschleuniger

Das sich an dieser Lage all zu bald etwas ändert ist nicht zu erwarten. Ein weiterer treibender Faktor für den Klimawandel, der aus der Konkurrenz der Großmächte und damit dem Kapitalismus hervorgeht, ist nämlich Krieg. Alleine der Krieg in der Ukraine hat bis Februar 2025 230 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt, dass entspricht etwa den jährlichen Emissionen von von Österreich, Ungarn, Tschechien und der Slowakei zusammen. Gleichzeitig rüsten nahe zu alle Länder der Welt – so auch Deutschland – weiter fleißig auf und bereiten sich auf einen Krieg vor, dessen Konsequenzen für Mensch und Umwelt katastrophal wären.

Rheinmetall und Co. Entwaffnen – Militarisierung stoppen!

Von den Folgen des Klimawandels und eines Weltkriegs, sind aber bei weitem nicht alle gleich betroffen. Gerade diejenigen, die für ihn verantwortlich sind, die Kapitalist:innenklasse machen es sich in Luxusbunkern bequem. Vielleicht machen sie im Zweifelsfall auch einen Weltraumtrip, denn sich in Seelenruhe auf einer Karibikinsel zu sonnen, während der Rest der Erde brennt ist schließlich wegen des steigenden Meeresspiegels keine Option mehr.

Eduard Dunker
Eduard Dunker
Perspektive Korrespondent seit 2025. Schreibt als Student aus Hamburg um die Propaganda der Imperialisten zu entlarven. Immer nach dem Motto: Krieg den Kriegstreibern. Großer Kartenspiel-Enthusiast.

MEHR LESEN

PERSPEKTIVE ONLINE
DIREKT AUF DEIN HANDY!