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Kipppunkt in der Antarktis steht bevor – Ziehen wir einen Schlussstrich!

Eine neue Studie warnt vor dem drohenden Zusammenbruch eines wichtigen Teils der Antarktis. Die Folgen für die Umwelt wären enorm. Es ist immer deutlicher: Der Kapitalismus bringt die Klimakatastrophe. – Ein Kommentar von Eduard Dunker.

Mindestens 3 Meter wird der Meeresspiegel steigen, prognostizieren die Verfasser:innen einer neuen Studie. Hunderte Millionen Menschen wären dadurch betroffen. Der Grund: Das West Antarctic Ice Sheet (WAIS, deutsch: Westantarktische Eisdecke/Eisschild) hält die größeren Eismassen des antarktischen Festlands zurück. Durch die Erwärmung der Ozeane schmilzt das WAIS von unten und verliert so immer mehr die Fähigkeit den Fluss von Eis etwa aus dem Thwaites Gletscher, auch als „Doomsday Gletscher“ bekannt, zurückzuhalten. Hierdurch steigt der Meeresspiegel.

Dieser Prozess hat bereits begonnen und könnte nicht mehr zu stoppen sein. Forscher:innen warnen vor einem Kipppunkt, von dem an sich der beschriebene Prozess selbst beschleunigt. Dieser könnte bereits bei einer Erderwärmung von weniger als zwei Grad Celsius – dem Ziel des Pariser Abkommens – erreicht werden. Diese Tatsache ist besonders bedrohlich, bereits im vergangenen Jahr wurde die 1,5 Grad Marke überschritten.

Was die Lage weiter verschlechtert ist, dass die Eisschilde außerdem dafür verantwortlich sind Sonnenstrahlen zu reflektieren und so die Erdtemperatur zu senken. Die Folgen des Zusammenbruchs des WAIS für das Weltklima und etwa andere ähnliche Prozesse sind unvorhersehbar, klar ist aber, dass sie Erderwärmung und Klimawandel erheblich beschleunigen werden.

Wie aus der Studie ebenfalls hervorgeht wird die Fauna der Antarktis ebenfalls nachhaltig zerstört. So geht etwa die Population der Kaiserpinguine stärker zurück als prognostiziert.

Ist das neu?

Schon vor über 40 Jahren haben Wissenschaftler vor dem Klimawandel und seinen katastrophalen Folgen gewarnt. Doch in einem Gesellschaftssystem in der das höchste Gut die Rendite ist und für den größten Profit alles in Kauf genommen wird, gibt es keinen Grund vor dem Klima halt zu machen. Die Studie macht den menschengemachten Klimawandel als Ursache aus, doch die Wurzel des Problems liegt tiefer.

Der Klimawandel läuft sich warm – Waldbrände in Südeuropa

Es ist nicht irgendeine unerklärliche Natur des Menschen die einige dazu zwingt nicht nur andere Menschen, sondern auch die Umwelt auszubeuten. Viel mehr werden wir geprägt durch das System und die Umstände in denen wir leben – also durch den Kapitalismus. Es ist nicht die Allgemeinheit der Menschen die das Klima zerstöret, sondern es ist eine klar benennbare Klasse die davon profitiert.

Schließlich ist es wie der ehemalige Finanzminister, FDP Chef und Vorzeige-Kapitalist Christian Linder gesagt hat, für seine Klasse sind „Probleme eben nur dornige Chancen“. Wenn die Antarktis wegschmilzt, dann beutet man eben die neu freigelegten Rohstoffe aus und freut sich einfach über die neu zugänglichen Handelsrouten.

Ziehen wir einen Schlussstrich!

Die Kosten die durch die katastrophalen Folgen des Klimawandels entstehen werden schließlich auf unseren Rücken abgewälzt. Es sind unsere Steuern, die die Feuerwehr finanzieren und unsere Häuser und Wohnräume, die in Waldbränden verbrannt oder durch Überschwemmungen geflutet werden. Es sind wir, die nicht mal eben in den Flieger steigen können, wenn unsere Lebensumstände sich abermals durch den Klimawandel verschlimmern. Wir zahlen den Preis.

Es ist also klar, dass unser Interesse fundamental dem der Kapitalisten entgegengesetzt ist. Also liegt es auch an uns als Arbeiter:innenklasse ein System zu schaffen, das unsere Bedürfnisse und nicht die der Börse erfüllt. Es mag sein, dass viele der Schäden, die der Kapitalismus und der Klimawandel an der Umwelt angerichtet haben nicht mehr zu stoppen oder gar umkehrbar sind, aber wir können eine weitere ungebremste Erwärmung des Klimas stoppen. Dafür müssen wir aber zuerst die wahren Ursachen für die Zerstörung beseitigen.

Eduard Dunker
Eduard Dunker
Perspektive Korrespondent seit 2025. Schreibt als Student aus Hamburg um die Propaganda der Imperialisten zu entlarven. Immer nach dem Motto: Krieg den Kriegstreibern. Großer Kartenspiel-Enthusiast.

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