Flughäfen dienen nicht nur der Beförderung von Menschen und Waren. Auch Waffen werden von hier aus in alle Welt befördert – so auch am Flughafen Leipzig/Halle. Über 700 Personen schlossen sich vergangenen Samstag einem langen Protestmarsch gegen Waffenexporte an Israel an.
Hinter der unscheinbaren Fassade des Flughafens Leipzig/Halle versteckt sich mehr als nur Passagierbeförderung. Tatsächlich werden über den zweitgrößte Frachtflughafen Deutschlands Waffen in Kriegsgebiete auf der ganzen Welt geschickt. Aktuelle Lieferungen gehen zu einem großen Teil nach Tel-Aviv, Israel. Waffen, die hier verladen werden, tragen so zu dem Völkermord in Palästina bei.
15 Kilometer Marsch – gegen Genozid und Waffenexporte
Am 23. August fand deswegen ein Marsch zum Flughafen statt. Insgesamt machten sich circa 700 Leute auf den 15 Kilometer langen Weg vom Hauptbahnhof Leipzig zum Flughafen. Während dem sechseinhalbstündigen Marsch schlossen sich mehrere Arbeiter:innen des Flughafens an. Dort angekommen, wurde ein Camp aufgeschlagen. Die Demonstration am Sonntagmorgen stellte den krönenden Abschluss der Aktion dar.
Versteckte Waffenlieferungen an Israel – so täuschte die Ampel-Regierung die Öffentlichkeit
Ziel der Aktion war nicht nur laut zu werden gegen die imperialistischen Kriege unserer Zeit, sondern auch den Arbeiter:innen des Flughafens ins Gedächtnis zu rufen, in welch einer einflussreichen Position sie sich befinden.
Der Streik als effektive Form des Widerstands
Ein erfolgreiches Beispiel zur Verhinderung des Waffentransports nach Israel lässt sich in Griechenland finden. Dort verweigerten Arbeiter:innen des Hafens Piräus die Verladung von Kriegsmaterial. Durch gute Planung konnten sie jegliche mögliche Strafen verhindern. Ähnliche Aktionen verbreiten sich weltweit mehr und mehr. In Deutschland sind solche Aktionen bisher allerdings noch selten, obwohl inzwischen die Mehrheit der deutschen Bevölkerung die Waffenlieferungen nicht mehr befürworten.
Hafenarbeiter:innen kündigen Streik gegen Waffenlieferungen an Israel an
Diese nicht mehr existierende Zustimmung hat jetzt schon Einfluss auf die darin teilhabenden Betriebe. Laut Aussage eines ehemaligen Arbeiters des Flughafens wurden seit Beginn des Jahres circa 60 Arbeiter:innen, die sich in Gewerkschaften gegen die Beförderung von Waffen geäußert haben, entlassen.
Der Marsch stellt den Anfang einer möglichen Bewegung dar, welche sich gezielt gegen die Waffenlieferungen Deutschlands stellt. Dabei stehen die lokalen Anknüpfungspunkte im Fokus – denn wie auch das Demonstrationsbündnis öfter verlauten ließ, beginnt der Kampf gegen Völkermord und Krieg vor der eigenen Haustür.

