Der 1. September wird deutschlandweit als Antikriegstag begangen. Mit der Zuspitzung der weltweiten Kriege, Militarisierung und Aufrüstung hat der Tag eine besondere politische Relevanz. Perspektive Online hat dazu eine Übersicht von Aktionen an verschiedenen Orten erstellt.
Der Angriff Deutschlands auf Polen am 1. September 1939 markierte den Ausbruch des 2. Weltkriegs. Seit dem Ende des Kriegs und der Niederlage Deutschlands wird dieser Tag genutzt, um die Mahnung „Nie wieder Krieg!“ hochzuhalten. Der Tag soll an vergangene Kriege erinnern, die aktuellen thematisieren und die Gefahr eines kommenden großen Kriegs aufzeigen. Besonders die revolutionären Organisationen nutzen den Tag, um den Zusammenhang von Krieg, Krisen und Kapitalismus aufzuzeigen.
Antikriegstag: Der DGB zwischen Friedensappell und Militarismus
Zuspitzung der Kriege in der Ukraine und Palästina
Seit den Jahren 2022 und 2023 stehen die Kriege in der Ukraine und Palästina im Fokus der Aktionen zum Antikriegstag. Daran wird sich auch in diesem Jahr wenig ändern. Im Ukraine-Krieg wird an den aktuellen Verhandlungen zwischen den USA und Russland – nämlich ohne die Ukraine und EU – der Charakter eines zwischenimperialistischen Stellvertreterkriegs deutlich. Auf beiden Seiten sterben dort weiterhin täglich Arbeiter:innen, entweder als Kanonenfutter des westlichen oder des russischen Imperialismus – und das nun seit Jahren bei nur sehr geringen Landgewinnen.
Auch im genozidalen Krieg Israels gegen die Palästinenser:innen hat sich die Lage im Vergleich zum vergangenen Jahr nur noch weiter verschärft: Israel verkündet immer offener, den Gazastreifen vollständig einnehmen und dauerhaft besiedeln zu wollen. Dies geschieht aktuell durch eine massive Bodenoffensive, Bombardierungen und einem gezielten Aushungern der Bevölkerung. Um seine Vormachtstellung in der Region zu behalten, hat Israel in den vergangenen Monaten auch den Iran, den Jemen, den Libanon und Syrien direkt angegriffen.
An beiden Kriegen ist der deutsche Staat direkt beteiligt. Durch Waffenlieferungen an die Ukraine und Israel verdient die deutsche Waffenindustrie ordentlich mit. Deutschland sieht zudem seine Interessen in der Ukraine oder Israel ganz direkt betroffen und kämpft daher darum, seinen Einfluss geltend zu machen. Ein Ende dieser Kriege würde auch den deutschen Staat schwächen, sei es durch einen Rückgang der Kriegsgüter, geopolitische Nachteile oder das Einbüßen guter Gründe, Deutschland „kriegstüchtig“ machen zu müssen.
Nach Unstimmigkeiten: Bundeskabinett einigt sich auf neues Wehrdienstgesetz
Kriegsvorbereitung in Deutschland
Doch der deutsche Staat ist nicht nur an Waffenlieferungen an das Ausland interessiert. Die heimische Rüstungsproduktion und die damit verbundene Militarisierung wird schon seit einigen Monaten stärker vorangetrieben: Im Frühjahr beschloss der Bundestag unbegrenzte Staatsausgaben für Aufrüstung. Mit dem neuen 5 Prozent-Ziel der NATO könnten sich die aktuellen Rüstungsausgaben bis 2035 noch einmal mehr als verdoppeln. Und erst in dieser Woche wurde mittelfristig die Wiedereinführung der Wehrpflicht vom Bundeskabinett unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) in die Wege geleitet. Und während die Ausgaben in die Rüstung steigen, soll am Sozialstaat gekürzt werden.
Die Gefahr, dass die Konflikte in der Ukraine, Westasien oder im Pazifik in einen dritten Weltkrieg münden, sind so real wie noch nie. Der Antikriegstag ist daher in diesem Jahr besonders wichtig, um eine breite Bewegung gegen die Kriege und Kriegstreiberei des deutschen Staates zu formieren. Denn die Geschichte und die aktuelle Situation zeigen: Wir als Arbeiter:innenklasse haben in den Kriegen der Herrschenden nichts zu gewinnen. Deshalb: Heraus zum Antikriegstag am 1. September!
Aktionen zum Antikriegstag 2025
Augsburg – Kundgebung und Demonstration – 18 Uhr – Königsplatz
Berlin – Demonstration – 18 Uhr – S Gesundbrunnen
Dortmund – Mahnwache – 18 Uhr – Möllerbrücke
Düsseldorf – Kundgebung – 16 Uhr – Fürstenplatz
Essen – Kundgebung – 17 Uhr – Willy-Brandt-Platz
Frankfurt (Main) – Kundgebung – 18.30 Uhr – Friedensbrücke / Demonstration – 19 Uhr – Friedensbrücke
Freiburg – Demonstration – 17 Uhr – Platz der Alten Synagoge
Gießen – Antimilitaristischer Spaziergang – 18 Uhr – Ecke Grünberger Str. / Licher Str.
Halle (Saale) – Kundgebung – 16 Uhr – Marktplatz / Demonstration – 18.30 Uhr – Marktplatz
Hamburg – Demonstration – 16.30 Uhr – Dammtor
Hannover – Demonstration – 18 Uhr – Ernst-August-Platz
Kiel – Demonstration – 17 Uhr – Asmus-Bremer-Platz
Köln – Mahnwache – 16 Uhr – Kalk Post / Demonstration – 16 Uhr – Wiener Platz
Leipzig – Demonstration – 19 Uhr – Augustusplatz
Nürnberg – Demonstration – 17 Uhr – Kopernikusplatz
Regensburg – Kundgebung – 16.30 Uhr – Ostpark / Demonstration – 18 Uhr – Neupfarrplatz
Stuttgart – Kundgebung – 17 Uhr – Am Alten Schloss
Wuppertal – Demonstration – 17.30 ÂUhr – Wuppertal Hbf
*Bei Informationen zu weiteren Aktionen, gern eine Mail an info@perspektive-online-net

