Im letzten Jahr sind nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) so viele Hilfskräfte in Krisengebieten getötet worden wie noch nie. Die Täter sind in den meisten Fällen staatliche Akteure. Ein Großteil der Hilfskräfte starb im Zuge des Genozids in Gaza.
Im Jahr 2024 erreichte die Anzahl der Hilfskräfte, die in Krisengebieten getötet wurden, einen Höchststand. Weltweit kamen offiziell 383 von ihnen ums Leben. Fast die Hälfte der Hilfskräfte war im Gazastreifen eingesetzt, so berichtete das UN-Nothilfebüro OCHA anlässlich des Welttages der humanitären Hilfe. Das ist ein Anstieg um 31 Prozent im Vergleich zu 2023. Zusätzlich zu den ermordeten Hilfskräften kommen 308 weitere verletzte, 125 entführte und 45 verhaftete Hilfskräfte. Diese Daten veröffentlichte die Aid Worker Security Database, die seit 1997 Angriffe auf Mitarbeiter:innen von Hilfsorganisationen dokumentiert.
Der UN-Nothilfechef Tom Fletcher stellt die Forderung auf, Zivilist:innen und Helfer:innen in Kriegsgebieten besser zu schützen. „Selbst ein Angriff auf einen humanitären Kollegen ist ein Angriff auf uns alle und auf die Menschen, denen wir dienen“, sagte Tom Fletcher, UN-Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten und Rettungshelfer.
Mehr als 180 Hilfskräfte wurden in Gaza ermordet
Ein großer Teil der getöteten Hilfskräfte, nach Angaben von OCHA über 180 Personen, wurde in Gaza ermordet. Am 23. März ereignete sich einer der tödlichsten Angriffe in Rafah, einer Stadt im Gazastreifen. Hier sollen nach UN-Angaben israelische Soldat:innen das Feuer eröffnet und dabei 15 Sanitäter und Rettungskräfte getötet haben. Diese seien in klar gekennzeichneten Einsatzfahrzeugen unterwegs gewesen.
Die zweithöchsten Todeszahlen finden sich im Sudan, dort verloren im letzten Jahr 60 Hilfskräfte ihr Leben. Im Vergleich zu 2024 soll die Gewalt gegen Hilfskräfte in 21 Ländern zugenommen haben, die häufigsten Täter waren dabei staatliche Akteure.
Im Jahr 2025 zeigt sich bisher keine Verbesserung. In den ersten acht Monaten des Jahres, bis zum 14. August, wurden nach vorläufigen Angaben der Aid Worker Security Database bereits 265 Hilfskräfte getötet.
Der Welttag der humanitären Hilfe wird am 19. August begangen. Er würdigt die Arbeit von Helferinnen und Helfern in Krisen und Konflikten. 2008 wurde er von der UN-Generalversammlung ins Leben gerufen, in Gedenken an einen Angriff auf ihren Sitz in Bagdad im Jahr 2003. Bei dem Angriff starben 22 Menschen und 150 Hilfskräfte wurden verletzt.

