Als bislang größte ihrer Art versucht die Global Sumud Flotilla die israelische Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen. Aktuell befinden sich über 50 Schiffe in der tunesischen Hauptstadt Tunis, planmäßig soll die Flotilla am Mittwoch in See stechen. Wie Videos zeigen wurde in der Nacht von Montag auf Dienstag jedoch eines der Hauptboote von einer Drohne attackiert.
Auf über 50 Schiffen verteilt wollen hunderte Aktivist:innen aus aller Welt über das Mittelmeer Richtung Palästina segeln. Mit der Global Sumud Flotilla wollen sie Hilfsgüter überbringen und die israelische Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen.
Aktuell befinden sich die Schiffe in der tunesischen Hauptstadt Tunis. Viele Schiffe waren zuvor von Spanien aus gestartet, die Reisenden wurden dabei herzlich von etlichen Tunesier:innen in Empfang genommen und mit pro-palästinensischen Parolen begrüßt.
Besatzung des „Family Boat“ berichtet von Drohnenangriff bei Nacht
In einer Pressemitteilung berichtet die Schiffsbesatzung jedoch, dass in der Nacht von Montag auf Dienstag eine Drohne eines der Hauptschiffe der Flotilla angegriffen haben soll. Aufmerksamkeitserregende Videos im Internet zeigen dabei, wie ein projektilähnliches und glühendes Objekt auf das Schiff niederstürzt und dort Feuer fängt.
Ein Passagier des Bootes berichtet später, wie er eine Drohne bemerkt hat, welche gegen 23:30 Uhr nach tunesischer Zeit über dem sogenannten „Family Boat“ schwebte. Im Anschluss habe diese ein Geschoss abgefeuert und Branschäden hinterlassen, wie Videos zeigen. Den sechs Insassen gehe es derweil jedoch den Umständen entsprechend gut.
Pressekonferenz am Dienstag: „Wir werden immer hinter Ihnen stehen“
Das Boot selbst segelte zu dem Zeitpunkt unter portugiesischer Flagge und befand sich in tunesischen Gewässern während Teile der Global Sumud Flotilla Israel hinter dem Angriff vermuten bestreiten tunesische Behörden derweil das Geschehen und sprechen von einem „technischen Defekt“, der durch eine brennende Schutzweste ausgelöst worden sein soll. Hochrangige israelische Politiker haben derweil schon im Vorhinein Aktivist:innen der Flotilla mit Folterhaft gedroht.
Die „Global Sumud Flotilla“ – Eine Ermutigung für die Palästina-Bewegung
In einer Pressekonferenz vor dem Stadttheater in Tunis kamen am Dienstagmittag darüberhinaus die Besatzung der Flotilla sowie weitere Personen zu Wort und wandten sich an die Öffentlichkeit. Die UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese verurteilte dabei den Angriff und tat ihre Solidarität mit dem Projekt kund: „Ich vertraue darauf, dass Sie es schaffen, die Blockade zu durchbrechen. Und wenn Sie es nicht schaffen, dann vielleicht morgen, oder übermorgen – wir werden immer hinter Ihnen stehen.“
Global Sumud Flotilla: Das bisher größte Projekt ihrer Art
Versuche, die seit über 17 Jahren verhängte illegale israelische Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen, gibt es dabei schon seit einiger Zeit. Erst im Juni diesen Jahres starteten 12 Aktivist:innen – darunter auch die schwedische Greta Thunberg, welche auch dieses Mal an Bord ist – einen Versuch und wurden daraufhin durch israelische Streitkräfte festgenommen.
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Doch die Global Sumud Flotilla ist schon jetzt das größte Projekt ihrer Art. Und auch das beliebteste: Über 30.000 Personen aus aller Welt sollen sich für eine Teilnahme beworben haben. Aus über 44 Ländern kommen dabei knapp 500 Aktivist:innen verschiedenster politischer Hintergründe zusammen und protestieren gemeinsam gegen den anhaltenden Genozid in Gaza – und das unter extrem bedrohlichen Bedingungen, wie frühere Anläufe gezeigt haben.

