Zwischen dem 25. und 29. September plant die Bundeswehr eine Kriegsübung unter dem Namen „Red Storm Bravo“ in Hamburg. Es soll drei Tage lang geübt werden, wie NATO-Truppen über den Hamburger Hafen an die sogenannte „Ostflanke“ verlegt werden können. Kriegsgegner:innen haben bereits zahlreiche Protestaktionen gegen die Übung angekündigt.
In der Militärstrategie der NATO spielen Hamburg und der Hamburger Hafen eine wichtige Rolle. Zwischen dem 25. und 29. September ist daher durch die Bundeswehr eine Kriegsübung in der Stadt geplant, bei der die Verlegung von NATO-Truppen über den Hafen an die sogenannte „Ostflanke“ der NATO geübt werden soll. Das Szenario, das geprobt wird, geht von einem Krieg mit Russland aus.
Besonders ist dabei, dass in dem Szenario bereits von Sabotageaktionen, aber auch von zivilem Widerstand ausgegangen wird – der ebenfalls niedergeschlagen werden soll, sodass innerhalb eines möglichst kurzen Zeitraums viele Maschinen, Waffen und Personal „Richtung Ostfront“ verlegt werden können.
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In der Übung wird außerdem ein Fokus auf das Erproben der zivil-militärischen Zusammenarbeit von Behörden, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Krankenhäusern gelegt. Es soll also auch die medizinische Notfallversorgung, die Evakuierung von Verletzten und die Reaktion auf eine inszenierte Demonstration geübt werden. Neben der Bundeswehr sind an der Übung der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus, die Schiffswerft Blohm + Voss, die Hamburger Hafen Logistik Hamburger Hafen und Logistik AG, die Hafenbehörde Hamburg Port Authority, die Hamburg Behörde für Inneres und Sport, das Technische Hilfswerk, Polizei und Feuerwehr der Hansestadt sowie die regionale Agentur für Arbeit beteiligt.
Diese Kriegsübung ist nicht die erste in Hamburg. Bereits im Jahr 2024 fand eine Übung unter dem Namen „Red Strom Alpha“ im Hamburger Hafen statt. Hier wurde ebenfalls für den NATO-Bündnisfall geprobt. Während sich die erste Übung auf den Schutz von Infrastruktur im Hamburger Hafen konzentrierte, stehen in der zweiten Übung die zivil-militärische Zusammenarbeit mit Behörden und Unternehmen sowie die Verlegung von militärischen Einheit innerhalb des Stadtgebiets im Fokus.
„Kein NATO-Hafen!“: Bündnisse kündigen Protest an
In den letzten Monaten regte sich in Hamburg Widerstand gegen die geplante Übung. Es formierten sich verschiedene Bündnisse, unter anderem eine Initiative mit dem Namen „Kein NATO-Hafen!“. Bis zu den Übungen selbst ist im September bereits ein breites Programm an Aktionen geplant, über Kundgebungen, Podiumsdiskussionen bis hin zu antimilitaristischen Filmabenden.
Der Kampf gegen die Aufrüstung beginnt vor unserer Haustür!
Das Bündnis ordnet die Militärübung klar in die aktuelle Lage ein: „Das Manöver findet zu einem Zeitpunkt statt, zu dem die Bundesregierung gezielt auf die Erzeugung von Angst vor einem militärischen Überfall Russlands hinarbeitet. Damit will sie die Akzeptanz ihrer Aufrüstungspläne in der Bevölkerung erhöhen. Die Hamburger sollen sich daher für mehrere Tage auf Kriegsspiele mitten in der Stadt und damit einhergehende Belastungen einstellen.“ Außerdem analysiert es in seinem Aufruf die Rolle der NATO und stellt heraus, dass es sich hier nicht um einen „Friedensengel“ handle. Die NATO sei ein Militärbündnis, das in der Vergangenheit immer wieder führend an völkerrechtswidrigen Angriffen beteiligt gewesen sein soll.
Ende September: verschiedene Protestaktionen gegen NATO-Manöver
Zwischen dem 25. und dem 29. September selbst sind bisher drei Aktionen geplant. Zum Auftakt des Manövers ist am Donnerstag, den 25. September um 17 Uhr eine Kundgebung auf dem Marie-Jonas-Platz (nahe U-Bahn Kellinghusenstraße) geplant, unter dem Motto: „Nein zur Kriegsübung Red Storm Bravo!“
Am Freitag, dem 26. September, findet um 18 Uhr eine Demonstration unter dem Motto „Keine Kriegsübungen in unserer Stadt!“ auf dem Rathausmarkt statt. Initiiert wird die Aktion von der Initiative „Gemeinsam gegen Red Storm Bravo“.
Unter dem Motto „NEIN zur NATO-Kriegsübung Red Storm Bravo – JA zur zivilen Entwicklung“ ist am Samstag, dem 27. September schließlich noch eine Großdemonstration geplant. Sie beginnt um 13 Uhr am Hauptbahnhof/Mönckebergstraße.

