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Russische Jets in NATO-Luftraum: Höchstes NATO-Gremium trifft sich erneut

Nach dem Abschuss russischer Drohnen in Polen durchquerten nun drei russische Kampfjets den estnischen Luftraum, was zu einer weiteren Sitzung des höchsten Gremiums der NATO führte – eine Eskalation steht nicht an.

Nachdem russische Drohnen vor etwa zwei Wochen in polnischen Luftraum eingedrungen waren, taten es nun drei Kampfjets in Estland. Beide Male wurde der vierte Artikel der NATO beantragt, welcher den Nordatlantikrat, das höchste Gremium des Bündnisses, zum Beraten einberuft, wenn ein Mitgliedsstaat sich bedroht sieht.

Völlig neu ist das Eindringen in NATO-Luftraum nicht, jedoch intensivierten sich in den vergangenen Wochen die Frequenz dieser Flüge. Die Flüge dienen auf der einen Seite als Test des NATO-Luftraumes und werden auf der anderen Seite gleichzeitig als „äußerst schwerwiegende“ Vorfälle der Provokation als Mittel der Rechtfertigung für weitere Aufrüstung genutzt. Schlussendlich dienen sie den Kriegsvorbereitungen beider Seiten.

Bereits nach dem Eindringen der Drohnen in polnischen Luftraum intensivierte die NATO ihre Aktivität im Luftraum an der Ostflanke und schoss erstmals Drohnen nieder. Mit der zunehmenden Menge der Luftraumverletzungen, nun durch bemannte Jets in Estland, forderte der CDU-Politiker Jürgen Hardt den Abschuss von russischen Kampfjets.

Erneut russische Drohnen über Polen, NATO rüstet Luftraum auf

Tagung des Nordatlantikrates – eine Eskalation steht weiterhin nicht an

Nachdem Estland die NATO am Freitag zum Treffen einberufen hatte, traf sich diese am Dienstag im Nordatlantikrat. Noch einen Tag zuvor tagte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, auch auf Antrag Estlands. Dass eine direkte Eskalation weiterhin weder Russland noch der NATO dienen würde, zeigte sich jedoch deutlich.

Dort wurden lediglich Warnungen an Russland ausgesprochen und das Eindringen in estnischen Luftraum verurteilt. Der NATO Generalsekretär Mark Rutte gab jedoch bekannt, es bestünde „keine unmittelbare Gefahr“. Denn auch solche Vorfälle hat es im vergangenen Jahrzehnt mehr als drei Dutzend gegeben. Auch dieses Mal seien die Jets einen geraden Kurs geflogen und seien nicht auf die Hauptstadt Tallinn zugesteuert.

Nichtsdestotrotz betont unter anderem Michael Waltz, neuer US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, dass man „jeden Zentimeter des NATO-Territoriums verteidigen“ würde. Der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski brachte gar den direkten Abschuss von russischen Flugkörpern ins Spiel, sollten diese versehentlich oder absichtlich in feindlichen Luftraum eindringen.

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