Am Mittwochnachmittag soll die Global Sumud Flotilla in See Richtung Gaza stechen. Das Ziel? Die israelische Seeblockade zu brechen und den Hilfskorridor zu öffnen. Warum ich mich dazu entschlossen habe, als Teil der Flotilla zu segeln. – Ein Gastbeitrag von Anna Liedtke.
Dass die Blockade Gazas nicht mit dem 7. Oktober 2023 angefangen hat, darüber wird überall gesprochen in der Palästina-Bewegung. Seit fast 80 Jahren werden immer weitere Teile Palästinas besetzt, eingenommen und unter israelische Kontrolle gebracht. Dabei wird keine Rücksicht genommen auf Frauen oder Kinder, teilweise werden sie direkt angegriffen, wie uns Angriffe auf Schulen oder Kindergärten zeigen.
Insbesondere Journalist:innen werden zur Zielscheibe. Israel weitet den Genozid immer weiter aus, wird dabei unterstützt von den USA in erster Linie, aber auch Deutschland ist tatkräftig mit dabei. Zynisch könnte man sagen, dass es Deutschland auch in diesem Jahrhundert schafft, sich keinen Genozid entgehen zu lassen.
Sicherlich auch aufgrund des massiven Drucks durch die Palästina-Bewegung, gibt es inzwischen einige Staaten, die scheinheilig so tun, als läge ihnen etwas am palästinensischen Volk – Friedrich Merz hat erklärt, dass Deutschland angeblich Waffenlieferungen eingestellt hätte, Frankreich fordert unter bestimmten Bedingungen eine Zwei-Staaten-Lösung und auch ändere europäische Länder betonen, dass das Vorgehen Israels nicht angemessen sei. Wirkliche Konsequenzen gibt es aber nicht, alles bleibt bei belanglosen Lippenbekenntnissen.
Die bisher größte ihrer Art: Die Global Sumud Flotilla
Wer sich aber nicht davon abspeisen lässt, was uns die Regierungschefs der Imperialisten angeblich versprechen wollen, sind hunderte Aktivist:innen, die sich im Rahmen der Global Sumud Flotilla mit dem Boot auf den Weg nach Gaza machen. Dem Beispiel von den zwei Booten Madleen und Handala folgend, werde auch ich mich auf den Weg machen, um die Blockade zu brechen und einen Hilfskorridor zu öffnen, sodass Nahrung, Medikamente, Kleidung und Weiteres nach Gaza kommt.
Die „Global Sumud Flotilla“ – Eine Ermutigung für die Palästina-Bewegung
Werden diese Hilfsmittel, die auf unseren knapp 40 Booten sind, ausreichen für die Menschen in Gaza? Natürlich nicht. Deswegen ist klar: Diese Flotilla wird nicht die letzte sein. Wir eröffnen einen humanitären Hilfskorridor, durch den weitere Hilfsmittel geliefert werden können. Wird dieser Korridor alleine den Genozid beenden? Auch das nicht.
Es liegt an uns allen, für die Freiheit Palästinas auf die Straßen zu gehen und nicht aufzuhören, bis Palästina, bis Gaza, frei ist. Doch in der aktuellen Hungersnot, in der sich Gaza befindet, bringt die Freiheit Gazas nicht, wenn es dort keine Menschen mehr gibt, weil alle verhungert sind.
Noch ein Punkt zum israelischen Militär: Schon jetzt wird der Global Sumud Flotilla gedroht, wir würden alle wochenlang in Gefängnis geworfen werden. Wir bekommen diese Nachrichten natürlich hier mit und gehen dieses Risiko ein, wissen aber auch, dass es nicht um uns oder unsere Bequemlichkeit geht, sondern darum, dass dieser Korridor geöffnet wird. Das ordnen wir natürlich auch politisch ein: Israel wird unter Druck gesetzt und mit einer aufgebrochenen Blockade lässt sich ein Genozid nicht so leicht fortsetzen.
Widerstand für Palästina: Im Wasser und auf Land!
Ich freu mich darauf, hier als Gast darüber zu berichten – sowohl in Textform, als auch in Videoform. Für mich ist diese Mission als Sozialistin auch ein besonderes Anliegen, denn auch wenn die Blockade gebrochen wird, ist ein freies Palästina und die Freiheit für den gesamten Mittleren Osten nur möglich, wenn wir den Imperialismus als solchen bekämpfen. Auch aus politischen Gründen habe ich mich also dazu entschlossen, Teil dessen zu werden.
In der Zwischenzeit ist es eure Aufgabe, die Flotilla zu verfolgen und auf den Straßen Deutschlands und Europas aktiv zu werden!

