Nach Angriffen des US-Militärs auf Boote vor der Küste Venezuelas droht Trump mit Angriffen auf das Festland. Venezuela bereitet sich auf einen offenen Krieg vor und bewaffnet Zivilist:innen. In der Migrationsfrage scheinen sich die Staatschefs jedoch einig zu sein.
Das US-Militär hat in den vergangenen Wochen mindestens drei vermeintliche Drogenschmugglerboote vor der Küste des südamerikanischen Staates abgeschossen. Nun berichten vier US-amerikanische Militärbeamt:innen gegenüber NBC, dass die USA Pläne für Militäroperationen gegen die Kartelle auch im Inland Venezuelas vorbereiten. Diese könnten dann schon in einigen Wochen beginnen. US Präsident Trump habe aber noch keine der Operationen genehmigt.
Ob die Bekämpfung von Kartellen und dem Drogenschmuggel in die USA die tatsächlichen Gründe für die Militäroperationen sind ist weiter fraglich. So ist Venezuela neben Nicaragua und Kuba immer noch ein wichtiger Partner Chinas und Russlands. Außerdem hat Venezuela das größte bekannte Ölvorkommen der Welt.
Die USA und ihre Ölmonopole versuchen schon seit einiger Zeit mit verschiedenen Mitteln ihren Einfluss auf die Region auszuweiten. Die Trump-Regierung bezeichnet Maduro als Kartellführer und als „flüchtig vor der amerikanischen Justiz“. Einige aktuelle und ehemalige US-Beamt:innen behaupten, dass das unausgesprochene Ziel sei, ihn aus der Macht zu drängen. Oder wie die New York Times titelt: Ein „regime change“ – also ein gewaltsamer, von außen herbeigeführter Sturz des Regimes.
Venezuela: USA bombardieren vermeintliches Drogenschmuggler-Boot
Das Vorgehen der USA fällt in eine Veränderung ihres außenpolitischen Fokus auf eine verstärkte Kontrolle vor der eigenen Haustür, besonders in Nord- und Südamerika sowie der Arktis.
Venezuelas Kalkül: Zwischen Aufrüstung und Diplomatie
Der Karibikstaat bereitet sich derweil auf die offene Konfrontation mit den USA vor. Die sogenannte „Bolivarische Miliz“ wird für Verteidigungsoperationen vorbereitet. Die Miliz wird direkt aus der Bevölkerung rekrutiert, wobei an ihrer wirklichen Kampfkraft gezweifelt wird. Klar ist, dass durch solche Maßnahmen versucht wird die Bevölkerung hinter dem Regime von Präsident Maduro zu vereinen. Gerade mit dem Narrativ der Verteidigung der Souveränität gegenüber dem US-Imperialismus wird versucht Ruhe an der Heimatfront zu schaffen.
Außerdem steigt die Repression innerhalb des Militärs. Mitte August wurden mehrere, teils hochrangige Militärs festgenommen. Ihnen wir unter anderem Hochverrat vorgeworfen. Maduros Regierung versucht jegliche Gefahr eines Aufstandes von Innen zu bekämpfen.
Auf der anderen Seite versucht Maduro mit US Präsident Trump zu verhandeln. Scheinbar habe er einen Brief direkt an den amerikanischen Präsidenten geschrieben und es soll einen direkten Kommunikationsweg zwischen Washington und Caracas geben. Hierbei soll ein US-Verbündeter aus Westasien eine vermittelnde Rolle spielen.
Maduro habe bei diesen Verhandlungen nun vorgeschlagen, er könne bei der Festnahme des Anführers eines der größten venezolanischen Drogenkartellen, dem „Tren de Aragua“, helfen. Die USA lehnen das derweil ab, Maduro sei nicht der legitime Präsident Venezuelas. Außerdem sei er selbst Kopf des „Narco-Terrorkartells“ Los Soles, so der US-Außenminister Marco Rubio.
An anderer Front werden Hände geschüttelt
Trotz der eskalierenden Spannungen zwischen den USA und Venezuela sind sich die beiden Regierungen in einer Sache einig. Venezolanische Migrant:innen in den USA sollen nach Venezuela zurück. So wurden am Freitag 180 Venezuelaner:innen aus Texas in den Karibikstaat abgeschoben.
Trump begründet diese Abschiebungen mit dem Kampf gegen Kriminalität in den USA und stellt alle Venezolaner:innen in den USA unter den Generalverdacht, Teil von kriminellen Kartellen zu sein. Währenddessen freut sich das Regime in Venezuela über die Rückkehr, denn seit Februar 2025 gibt es den „Return to Homeland“ (dt. Rückkehr in die Heimat) Plan. Mit diesem sieht die venezolanische Regierung vor die Menschen, die vor der anhaltenden Wirtschaftskrise oder politischer Repression geflohen sind, wieder ins Land zurück zu holen.

