Laut Statistischem Bundesamt gibt es einen steigenden Trend in der Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs. Das Niveau liegt jedoch unter dem im Jahr 2019. Das Deutschlandticket, das zum Anstieg beigetragen hat, soll trotzdem teurer werden.
Die regelmäßig stattfindende 5-Jahres-Studie des Statistischen Bundesamtes hat neue Erkenntnisse für den Zeitraum zwischen 2019 und 2024 geliefert. Sie erfasst sowohl die Anzahl der Nutzungen des ÖPNV als auch die zurückgelegten Personenkilometer.
Der Trend zeigt einerseits auf, dass die Nutzung von Bussen, Straßenbahnen und Regionalzügen immer noch den Zahlen von 2019 hinterherhinkt. Erklärt wird das vor allem durch die Corona-Pandemie, welche den Verkehr in dem Zeitraum einschränkte. Zudem werden auch die Streiks im ersten Halbjahr 2024 im ÖPNV als Grund herangezogen.
Gleichzeitig nimmt die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel stetig weiter zu. So sollen im Jahr 2024 11,2 Milliarden Fahrgäste befördert worden sein. Dies entspricht einem Zuwachs von 510 Millionen Nutzungen gegenüber 2023. Die gesteigerten Personenkilometer, also eine Erhöhung der zurückgelegten Strecken, sprechen dabei für die Wirksamkeit des Deutschlandtickets.
Da sowohl regionale als auch zentrale Vertriebsstellen das D-Ticket verkaufen, ist die Erfassung schwieriger. Zudem sind automatisierte Fahrgastzählsysteme noch nicht flächendeckend im Einsatz. Das Statistische Bundesamt rechnet daher mit einer Untererfassung der Fahrgastzahlen, besonders im Omnibusnahverkehr.
Auswirkungen des D-Tickets
Das Deutschlandticket wurde im Mai 2023 eingeführt, und ermöglicht die vollständige Nutzung des ÖPNV bundesweit für einen festen Tarif. Dabei handelte es sich um eine einflussreiche Neuerung, da Deutschlands ÖPNV-Netzwerk in eine große Menge unterschiedlicher Regionalverbände zerlegt ist. Diese verfügen eigentlich über eigene Tarife und abgetrennte Zonen, welche aber durch das Deutschlandticket gewissermaßen außer Kraft gesetzt werden.
Dadurch entstand erstmals ein generell für alle nutzbares einheitliches Verkehrsnetzwerk, welches vom Staat teilweise subventioniert wird. So steuerte der Bund 2024 ca. 3,5 Milliarden Euro zum Ticket zu. Im gleichen Zeitraum umfassten die Einnahmen durch den Kauf des Deutschlandtickets durch die Passagiere selbst 7,2 Milliarden Euro.
Es ist davon auszugehen, dass eben diese Einnahmen weiter steigen werden. So ist seit der Existenz des Deutschlandtickets dessen Kaufpreis mehrfach und kontinuierlich gestiegen. Sein Vorgänger, das 9-Euro-Ticket im Sommer 2022, wurde vom 49 Euro teuren Deutschlandticket abgelöst.
Gleichzeitig sinkt der staatliche Zuschuss auf 1,5 Milliarden Euro jeweils für 2025 und 2026. Aktuell soll der Preis im Januar von 58 Euro auf 63 Euro steigen. Trotz steigenden Käufen und somit erhöhten Einnahmen, soll die finanzielle Belastung für die Verbraucher:innen steigen, während die staatliche Belastung verringert wird. Dazu kommt, dass auch der vom Bund zugeschossene Betrag sich aus den Steuergeldern der Verbraucher:innen speist. Primäre Zielsetzung war bei der Einführung des Tickets schließlich, den Einbruch der Einnahmen der Verkehrsbetriebe zu vermeiden.

