Als bislang größte ihrer Art versuchte die Global Sumud Flotilla, die israelische Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen. Hier berichteten wir über die aktuellen Entwicklungen in Gaza, die Angriffe Israels auf die Flotilla und die weltweite Protestwelle.
Der Ticker ist beendet. Hier findet ihr ein abschließendes Interview mit Anna und Sofia, die Teil der zweiten Welle der Flotilla und in israelischer Gefangenschaft waren.
Dienstag, 14. Oktober – 19 Uhr
Inzwischen sind alle Aktivist:innen, die in der vergangenen Woche versucht hatten Israels illegale Blockade des Gazastreifens zu brechen, wieder auf freiem Fuß. Laut eigener Angabe wurden die meisten aus Israel abgeschoben und keine Aktivist:innen befinden sich mehr in israelischem Gewahrsam.
Nachdem bereits die Global Sumud Flotilla durch die israelische Marine illegal gestoppt und alle Mitfahrenden festgenommen wurden, hatten sich in der vergangenen Woche auch Schiffe von Thousand Madleens to Gaza sowie die „Conscience“ der Freedom Flotilla Coalition auf den Weg nach Gaza gemacht. Auf letzterem befand sich auch unsere Gastautorin Anna Liedtke – auch sie ist inzwischen wieder in Deutschland angekommen.
Die Festgenommenen berichten von einem erniedrigenden Umgang und psychischer und physischer Gewalt durch die israelischen Soldat:innen. Trotzdem – so berichtet Anna – habe man zusammengehalten und sich nicht durch die Unterdrückung brechen lassen.
Doch nicht nur der israelische Staat selbst geht aggressiv gegen Versuche die Blockade zu durchbrechen vor. So wurde die „Until Victory“ Delegation in Kairo festgenommen. Die Delegation bestehend aus Revolutionär:innen der türkischen Volksfront, sowie griechischem Mitglied der Anti-Imperialist Front hatte es sich zum Ziel gesetzt von Ägypten aus die Grenze nach Rafah zu überqueren.
Sie wurden aber bereits am Flughafen Kairo gewaltsam gestoppt und anschließend in Gewahrsam genommen. Inzwischen wurden auch sie vom ägyptischen Staat abgeschoben.
Mittwoch, 8. Oktober – 12 Uhr
Am Mittwoch Morgen gegen 4:30 Uhr wurden die Boote der Freedom Flotilla von Israel in internationalen Gewässern abgefangen. Die Besatzung der Schiffe der Thousand Madleens to Gaza und der Conscience wurde in Gefangenschaft genommen. Unter den Gefangenen ist auch unsere Gast-Autorin Anna Liedtke.
„Dies ist das zweite Mal, dass der zionistische Siedlerstaat eine friedliche, humanitäre und internationalistische Mission angreift, die darauf abzielt, die seit 18 Jahren andauernde Belagerung von Gaza zu durchbrechen“, schreibt die Jugendorganisation Young Struggle in einem Statement. Für den Abend rufen sie zu Aktionen auf, um „für ein befreites Palästina und die sofortige Freilassung der Aktivist:innen“ zu demonstrieren.
Dienstag, 7. Oktober – 18:30 Uhr
Zwei Jahre nach der militärischen Operation verschiedener palästinensischer Organisationen vom 7. Oktober 2023 hält der Genozid in Gaza weiterhin an. Gleichzeitig gehen heute weltweit Menschen auf die Straße gegen ein Ende des Völkermords und für die Freiheit Palästinas.
Unsere Gastautorin Anna befindet sich weiterhin auf der Conscience, gemeinsam mit weiteren Booten der Freedom Flotilla Coalition sowie der Thousand Madleens to Gaza. Diese nähern sich weiter der Küste Gazas – so könnte es laut der Besatzung etwa bereits morgen zu einem Angriff in internationalen Gewässern durch die israelische Armee kommen.
Erst letzte Woche wurden die Schiffe der Global Sumud Flotilla abgefangen und die Besatzung durch die israelischen Streitkräfte festgenommen. Dabei kam es Berichten zufolge auch zu gezielten Misshandlungen und Menschenrechtsverletzungen in den israelischen Gefängnissen. Die schwedische Klimagerechtigkeitsaktivistin Greta Thunberg etwa soll gezwungen worden sein, eine israelische Flagge zu küssen.
Weitere hunderte Passant:innen der Global Sumud Flotilla wurden bereits in die Türkei ausgeliefert. Wie viele sich noch in israelischer Haft befinden, ist unklar. Einige von den deutschen Aktivist:innen sollen heute schon gegen 17:30 Uhr in Berlin angekommen sein.
Samstag, 4. Oktober – 21:15 Uhr
Nachdem die Schiffe der Global Sumud Flotilla abgefangen und die Besatzung festgenommen wurde, segeln die Schiffe der Thousand Madleens to Gaza sowie die Conscience weiter Richtung Gaza. Anfang der Woche sollen sie in Gaza ankommen. „Wir hören natürlich von den Sachen, die mit der Besatzung der GSF passieren – eingeschüchtert ist aber niemand hier, sondern die Moral ist hoch“, berichtet unsere Gast-Autorin Anna von der Conscience.
Die Informationslage über die Lage der Gefangenen in Israel ist nicht sehr dicht. Laut eines palästinensisches Anwaltskollektivs und Al Jazeera wurde jedoch einigen Aktivist:innen Rechtsbeistand verwehrt wurde. Zudem sollten sie stundenlang auf dem Boden knien, nachdem sie „Free Palestine“ gerufen hatten. Mehrere Aktivist:innen berichteten zudem, dass sie stundenlang kein Essen und kein Trinken bekamen und immer gewaltvoll geweckt werden, sobald sie einschliefen.
Greta Thunberg soll außerdem besonders stark misshandelt worden sein. Der türkische Aktivist und Teilnehmer der Sumud-Flottille, Ersin Celik berichtete nach seiner Freilassung: „Sie zerrten die kleine Greta (Thunberg) vor unseren Augen an den Haaren, schlugen sie und zwangen sie, die israelische Flagge zu küssen. Sie taten ihr alles nur Erdenkliche an – als Warnung für andere.“
In Berlin sind Aktivist:innen verschiedener Organisationen am Samstag in einen solidarischen Hungerstreik getreten. Sie fordern die Freilassung aller inhaftierten Aktivist:innen der Global Sumud Flotilla, einen Stopp der völkerrechtswidrigen Blockade des Gazastreifens, die Einstellung aller deutschen Waffenlieferungen nach Israel und einen sofortiger Stopp des Genozids.
Donnerstag, 2. Oktober – 11:40 Uhr
Das Boot Mikeno (Al Bireh) der Global Sumud Flotilla hat es geschafft, bis in die Gewässer Gazas vorzudringen und befindet sich etwa 15 Kilometer entfernt von der Küste. Dort hat sich das Boot allerdings seit 10 Uhr nicht mehr bewegt. Fast alle anderen Schiffe wurden bereits in der Nacht abgefangen.
Nach spontanten Protesten in ganz Europa und verschiedenen deutschen Städten am späten Mittwoch Abend, wurden für Donnerstag zahlreiche Proteste in ganz Deutschland angekündigt. In Berlin rufen verschiedene Gruppen unter dem Motto „Aufstand bis zur Befreiung“ zu zivilem Ungehorsam auf.
Donnerstag, 2. Oktober – 0:50 Uhr
Nachdem das israelische Militär am Mittwoch Abend zahlreiche Schiffe der Flotilla abgefangen und Aktivist:innen verhaftet hat, sind in ganz Europa Menschen auf die Straße gegangen. In Neapel blockierten Demonstrierende die Schienen des Bahnhofs. Auch in Barcelona, Rom, Athen, Brüssel, Istanbul und Berlin kam es zu Protesten. In Athen forderten die Demonstrierenden: „Nein zur Erpressung von Trump und Netanjahu! Hände weg vom palästinensischen Widerstand!“

In Berlin versammelten sich mehrere hundert Menschen im Hauptbahnhof. Die Polizei verwies sie auf den Platz vor dem Eingang, wo sie mit einem Großaufgebot und Hunden versuchte, die Demonstrierenden einzuschüchtern. Über mehrere Stunden solidarisierten sich die Demonstrierenden mit den verschleppten Aktivist:innen der Flotilla und forderten ein Ende der Seeblockade sowie der Besatzung Gazas.

In Stuttgart kamen über 100 Menschen am Schlossplatz zusammen. „Freiheit für Palästina“ und „Freiheit für Gaza“, schallte es in Magdeburg durch die Straßen. Zum Tag X hatte sich eine Spontandemonstration gebildet, die am späten Abend durch die Nordstadt zog. Ebenso nahmen sich in Köln etwa 50 Menschen selbstbestimmt die Straße. Während die Demonstrierenden Pyrotechnik zündeten, war auf einem Banner zu lesen: „Solidarität mit der Flotilla und Palestine Action“

Mittwoch, 1. Oktober – 21 Uhr
Gegen 20 Uhr wurden wohl die ersten Boote der Global Sumud Flotilla von israelischen Militärschiffen abgefangen. Zudem ist der Livestream einiger Schiffe abgebrochen.
Zuvor wurde die Alma, auf der unter anderem die Aktivist:innen Greta Thunberg, Yasemin Acar und Thiago Avila mitsegeln, vom israelischen Militär angefunkt und aufgefordert, nicht weiterzusegeln. Der Versuch, die Blockade zu durchbrechen, verstoße gegen das Völkerrecht, so die IDF. Thiago Avila entgegnete, dass es sei ihre „moralische Pflicht, weiterzusegeln“.
Obwohl sich die Schiffe noch in internationalen Gewässern befanden, wurde bereits damit gerechnet, dass Israel gegen internationales Recht verstoßen würde, und die Seeblockade mit Gewalt aufrecht erhalten würde.
In Berlin wurden bereits Proteste angekündigt. Aktivist:innen rufen dazu auf, um 21 Uhr zum Hauptbahnhof zu kommen. „Wenn die Flotte angegriffen wird, brennt Berlin“, heißt es in dem Aufruf.
Donnerstag, 25. September – 21:20 Uhr
Mittwoch, 24. September – 14:20 Uhr
Wie die Besatzung der Global Sumud Flotilla berichtet, wurden die Boote der Flotte in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch elfmal angegriffen. Noch wenige Stunden zuvor wurden demnach über 15 Drohnen gesichtet, welche sich den Schiffen näherten. Berichten zufolge habe es mehrere Explosionen gegeben – noch vor dem Start der Flotilla soll es am Hafen der tunesischen Hauptstadt Tunis Anfang September zu ähnlichen Angriffen gekommen sein. Zudem sei die Funkverbindung der Boote gestört worden, einzelne Notrufe seien nicht durchgekommen.
Auf den Social Media-Kanälen des israelischen Staates setzt sich derweil die Hetze gegen das humanitäre Projekt fort. Auf X spricht der offizielle Account von Israel von einer „Hamas flotilla“ und fordert die Aktivist:innen dazu auf, die Hilfsgüter an israelischen Häfen abzuliefern. Gleichzeitig ist mittlerweile zulänglich dokumentiert, dass der israelische Staat den Hunger und den Stopp von Hilfslieferungen als gezielte Kriegswaffe einsetzt und damit den Genozid in Gaza voranbringt.
Dienstag, 23. September – 18 Uhr
Am Montag erklärte das israelische Außenministerium auf X, dass es der Global Sumud Flotilla nicht erlaubt werden würde bis nach Gaza durchzudringen und bezichtigt die Flotilla erneut von der Hamas organisiert zu sein. Die Boote sollen stattdessen am israelischen Hafen Ashkelon anlegen und die Hilfslieferungen dort übergeben, so das Ministerium. Im Statement bezeichnet es die Blockade zudem als „rechtmäßig“.
Am Dienstag antwortete die Flotilla mit einer Pressemitteilung – In dieser wird das von Israel vorgeschlagene Vorgehen deutlich abgelehnt. Dabei beziehen sich die Organisator:innen unter anderem auf die mangelnde Menge an Hilfslieferungen nach Gaza, die Israel zulässt. Darüber hinaus stellen sie klar, bei Israels Forderungen handelt es sich nicht um unschuldige Anweisungen zur Lieferung von Hilfsmitteln, sondern um eine Fortsetzung der illegalen Blockade. Zudem erklärt die Flotilla, dass Israels Rhetorik das illegale und gewaltvolle Stoppen der Boote vorbereite.
Auch in der Nacht von Montag zu Dienstag wurden erneut Drohnen über den Booten der Flotilla gesichtet.
Währenddessen setzt Israel den Genozid im Gazastreifen weiter fort und tötet täglich dutzende Palästinenser:innen. Auch im Westjordanland ist das Vorgehen israelischer Siedler:innen und der IDF immer aggressiver – aus Netanjahus Regierung werden Annexionsforderungen laut.
Montag, 22. September – 10 Uhr
Am Sonntag Abend berichtete die Global Sumud Flotilla über die Sichtung mehrerer Drohnen, deren Herkunft bislang nicht identifiziert werden konnte. Sie wurden in der Nähe der Flotte und beim Folgen derselben gesichtet. Die Boote nähern sich mittlerweile der griechischen Insel Kreta.
„Dieser plötzliche Anstieg der Aktivität in der Luft hat Besorgnis ausgelöst. Unsere Teams beobachten die Situation genau, stellen die Sicherheit aller an Bord an erste Stelle und koordinieren sich mit Partnern, um diese Entwicklungen zu dokumentieren und zu bewerten“, schreibt die Flotilla auf Instagram.
Dienstag, 16. September – 22:10 Uhr
Laut den Organisator:innen sind am Dienstag Morgen 26 Boote von Tunesien aus losgesegelt. Auch die beiden Boote Family und Alma, die Ziel der Angriffe waren, sind unter den Schiffen, die nun auf dem Weg sind. 18 Boote aus Italien und 6 aus Griechenland sind ebenfalls unterwegs und werden in den kommenden Tagen in internationalen Gewässern zusammentreffen.
Auf der Webseite der Global Sumud Flotilla ist ein Tracker zu finden, auf dem die Boote live verfolgt werden können. Unser Gastautorin Anna sowie einige weitere Personen konnten unter anderem aufgrund der notwendigen Reperaturarbeiten nicht mit auf die Flotilla. Dafür unterstützen sie die Bewegung weiter von anderen Orten aus, um auf die Situation in Gaza weiter aufmerksam zu machen.
Neben dem Start der Flotilla hat das israelische Militär am Dienstag eine Bodenoffensive auf Gaza Stadt gestartet. Neben Bodentruppen sind auch besonders heftige Luftangriffe durch Artillerie und Kampfflugzeuge Teil der Operation. Mindestens 106 Menschen wurden seit Tagesanbruch durch israelische Angriffe in ganz Gaza sowie durch die erzwungene Hungersnot getötet.
Ebenso hat die Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrats eine Stellungnahme veröffentlicht, in der auch sie Israel einen Völkermord vorwerfen. Zu den 4 von 5 erfüllten Tatbeständen zählen Tötung, schwere körperliche oder seelische Schädigung, vorsätzliche Schaffung von Lebensbedingungen, die auf die vollständige oder teilweise Zerstörung der palästinensischen Bevölkerung abzielen, und Maßnahmen zur Verhinderung von Geburten.
Samstag, 13. September – 18:50 Uhr
Nach zwei Drohnenangriffen, sowie notwendigen Reperaturarbeiten macht sich die Flotilla bereit, zeitnah von Tunis auszulaufen. Dabei wird die Delegation und Anzahl der Schiffe kleiner sein als bisher geplant.
Derweil wurden bei israelischen Luftangriffen auf zwei UN-Schulen in Gaza-Stadt zahlreiche Menschen getötet. Insgesamt starben seit dem Morgen mindestens 41 Palästinenser:innen durch Attacken. In Khan Younis wurden zudem fünf Menschen bei einem Drohnenangriff auf ein Zelt für Vertriebene verletzt. Das Gesundheitsministerium meldet, dass innerhalb von 24 Stunden sieben weitere Menschen, darunter aucv Kinder, an Folgen von Mangelernährung gestorben sind – seit Kriegsbeginn sind es insgesamt 420, darunter 145 Kinder.
Freitag, 12. September – 20 Uhr
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Am Samstag sollen auch die ersten Boote aus Tunesien ins Meer stechen und ihren Weg in Richtung Gazastreifen beginnen. Es ist jedoch derzeit noch nicht bekannt wie viele der Boote in Tunesien bleiben und wie viele die Fahrt beginnen werden. Ebenso unklar ist, ob unsere Gastautorin Anna Teil der ersten Welle sein wird.
Derweil versucht die israelische Regierung die Global Sumud Flotilla in Verruf zu bringen. Das israelische Ministerium für Diaspora denkt, dass es mit einem Bericht über mögliche Verbindungen zwischen Mitgliedern des Lenkungskomitees der Flotilla und Organisationen wie der Hamas, dem Palestinian Islamic Jihad (PIJ) und der Popular Front for the Liberation of Palestine (PFLP), die Flotilla diskreditieren könnte.
Konkrete Beweise für eine Einflussnahme der Hamas oder anderer Gruppen auf die Global Sumud Flotilla gibt es keine, vielmehr beruft sich das Ministerium für Diaspora auf einzelne lose personelle Verbindungen – unter anderem werden Fotos mit Hamas-Mitgliedern als Anhaltspunkte angeführt.
Am Freitag tötete das israelische Militär wieder mindestens 59 Menschen bei Angriffen in Gaza. Unter anderem hat Israel Luftschläge auf eine Schule im Shati Flüchtlingslager im Norden Gazas verübt.
Donnerstag, 11. September – 21 Uhr
Während die Schiffe aus Barcelona, Spanien und Italien fahrtüchtig sind, ist die Anzahl und Einsatzbereitschaft der tunesischen Boote noch unklar. Nach Angaben der Organisator:innen ist geplant, dass eine erste Gruppe von Schiffen – diejenigen, die sich in bestem Zustand befinden – gemeinsam zu einem Punkt im Mittelmeer segeln, wo sie sich mit anderen Booten treffen, die aus Häfen in Italien und Griechenland auslaufen.
Inzwischen wird noch immer die Ankunft mehrerer Schiffe in Tunesien erwartet, die letzte Woche von Barcelona aus in die erste Etappe gestartet sind. Nach ihrer Reparatur und Beladung werden diese Schiffe eine zweite Welle bilden, die nach der ersten Etappe auslaufen, sich mit dem Rest der Flottille treffen und Kurs auf die palästinensische Küste des Gazastreifens nehmen wird.
Nach dem Angriff auf ein Boot in tunesischen Gewässern mit Brandvorrichtungen hat Italien Israel aufgefordert, die Rechte der italienischen Aktivist:innen zu respektieren, die an der Flottilla teilnehmen. Die Aussagen der Regierung wirken dabei eher reaktiv, getrieben durch den Druck der eigenen Bürger:innen und Parlamentarier:innen, anstatt eine klare Haltung gegen die israelische Politik einzunehmen.
Währenddessen verübte Israel ein Attentat auf die palästinensische Verhandlungsdelegation in Doha, fünf Menschen starben. Des Weiteren tötete die israelische Armee 53 Palästinenser:innen in Gaza und 35 Jemenit:innen bei ihrer Bombardierung der palästinasolidarischen Houthi-Regierung in Jemen.
Mittwoch, 10. September – 16 Uhr
Die Besatzung der Flotilla geht davon aus, dass die über 50 Schiffe noch heute in See Richtung Gaza stechen werden. Über 500 Aktivist:innen aus 44 Ländern nehmen an der bisher größten Protestaktion dieser Art teil. Unsere Gastautorin Anna ist dabei auch vor Ort und wird in den kommenden Tagen über das Geschehen auf der Flotilla berichten.
Die Global Sumud Flotilla steht dabei im besonderen Licht der Öffentlichkeit, nachdem der israelische Sicherheitsminister Itam Ben-Gvir damit gedroht hatte, die Besatzung der Flotilla in Folterhaft zu stecken. Bereits vergangene Versuche, die israelische Seeblockade von Gazastadt zu durchbrechen, wurden mit massiver Repression seitens des israelischen Militärs beantwortet: Im Juni diesen Jahres nahmen Streitkräfte Israels ein Dutzend Aktivist:innen rechtswidrig in internationalen Gewässern fest, nachdem diese mit der Rettungsmission Madleen auf Protestreise waren.
Aufmerksamkeit erregten außerdem zwei mutmaßliche Drohnenangriffe auf Schiffe der Flotilla: Noch bevor diese den Hafen der tunesischen Hauptstadt Tunis verlassen konnten, kam es in der Nacht von Montag auf Dienstag zu einem Angriff, bei welchem ein brennender Gegenstand eines der Hauptschiffe der Flotilla traf und dabei einen Brand auslöste. Ein ähnlicher Vorgang wiederholte sich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, die Besatzung fand in Folge dessen ein verkohltes elektronisches Gerät, welches mutmaßlich auf die Schiffe abgeschossen wurde.

